2. Januar 1843 • Uraufführung des „Fliegenden Holländers“ in Dresden

Der Fliegende Holländer
Als “romantische Oper in drei Aufzügen” wurde Richard Wagners Der Fliegende Holländer am 2. Januar 1843 am Neuen Königlichen Hoftheater in Dresden uraufgeführt.

Wagner stand selbst am Dirigentenpult, doch der Holländer wurde nicht so begeistert aufgenommen wie noch ein gutes Vierteljahr zuvor der Rienzi. Nach vier Aufführungen wurde er vom Spielplan genommen, 1860 überarbeitete der Komponist die ursprüngliche Fassung, wobei er sich vor allem dem Anfang und dem Ende widmete. Noch zwanzig Jahre später, 1880, trug er sich mit dem Gedanken, das inzwischen erfolgreiche Werk erneut zu verbessern.

Die Anregung zum Holländer bekam er 1839 bei einer stürmischen Seereise nach England, wohin er aus Riga vor seinen Gläubigern flüchtete. Mit der Sage vom Fliegenden Holländer war er zuvor durch Heines Memoiren des Herren von Schnabelewopski bekannt gemacht geworden. In der von ihm entwickelten Stückfassung erfand Wagner die Figur des Erik, um mit dem Dreiecksgeflecht Holländer – Senta – Erik eine auf Sentas Entscheidungssituation ausgerichtete Spannung aufzubauen.

Von London begab sich Wagner nach Paris weiter, wo sich seine Hoffnung auf künstlerische Anerkennung bald enttäuscht sah. Um seine Finanzen war es nicht besser als zuvor in Riga bestellt, und so sah er sich auch gezwungen, aus seinem Holländer-Entwurf Geld zu machen. Er verkaufte ihn an die Pariser Oper, nachdem er sich erfolglos selbst um einen Kompositionsauftrag bemüht hatte. Aus diesem Entwurf machte dann Pierre-Louis Dietsch Le vaisseau fantôme. Dessen ungeachtet begann Wagner selbst, am Holländer zu schreiben und hatte die Partitur im November 1841 fertig. Seine Bemühungen um eine Uraufführung in Berlin waren allerdings vergeblich.

Uraufführung in Dresden
Als Wagner im April 1842 von Paris nach Dresden aufbrach, wo man den Rienzi zur Uraufführung angenommen hatte, war er guter Hoffnung, dort auch den Holländer unterbringen zu können. Nachdem ihm mit Rienzi im Oktober 1842 ein glänzender Erfolg beschieden war, stand dem Holländer nun nichts mehr im Wege.

Bei den Bayreuther Festspielen wurde der Fliegende Holländer mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner Uraufführung erstmalig aufgeführt. Im Jahre 1901 inszenierte ihn hier Richards Sohn Siegfried, die musikalische Leitung hatte Felix Mottl. „Neubayreuther“ Neuinszenierungen stammen von Wolfgang Wagner 1955, Wieland Wagner 1959, August Everding 1969, Harry Kupfer 1978, Dieter Dorn 1990, Claus Guth 2003 und zuletzt im vergangenen Jahr von Jan Philipp Gloger. In dieser Saison übernimmt übrigens Ricarda Merbeth die Rolle der Senta.

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