18. Juni 2013 • Auf der Suche nach dem perfekten Klang

„Nicht von außen, sondern nur von innen sollte der Lebensstrom mir zufließen“, resümierte Wagner die Beschreibung seines Erweckungserlebnisses mit dem Motiv zum Rheingold-Vorspiel. Über den Spagat zwischen Wagners idealer Klangvorstellung und den praktischen Hemmnissen bei deren Umsetzung auf der Bühne schreibt Stephan Jöris im druckfrisch erschienenen ALMANACH 2013.


Als akustische Ergänzung hat er Beispiele ausgewählt, die von den verschiedenen Versuchen zeugen, sich Wagners Klangideal zu nähern. Dabei war in den 1950er Jahren die Experimentierfreude mit elektronischen Klangerzeugern besonders groß. Doch hören Sie selbst!

• Beginn „Rheingold“ Es-Dur, Aufnahme von 1951 unter Herbert von Karajan (Keine Verstärkung oder elektroakustische Erzeugung)

• Die „Schmiede“ aus dem „Rheingold“, Aufnahme von 1951 unter Herbert von Karajan (Schmiede von der Unterbühne; Dynamik durch Öffnen und Schließen von Türen)

• Beginn „Rheingold“ Es-Dur, Aufnahme von 1953 unter Joseph Keilberth (Das Es der Kontrabässe wird durch die Orgel oder elektronisch verstärkt)

• Die “Schmiede” aus dem Rheingold, Aufnahme von 1956 unter Hans Knappertsbusch (Die Schmiede wird elektronisch erzeugt – siehe im Artikel Oscar Sala)

• Beginn „Rheingold“ Es-Dur, Aufnahme von 1958 unter Hans Knappertsbusch (Das Es der Kontrabässe wird durch einen elektronischen Klangerzeuger verstärkt)

• Die „Schmiede“ aus dem „Rheingold“, Aufnahme von 1958 unter Hans Knappertsbusch
(Die drei ‚Ambossstimmen’ werden elektroakustisch übertragen bzw. elektronisch erzeugt)

• Beginn „Rheingold“ Es-Dur, Aufnahme von 1967 unter Karl Böhm (Keine Verstärkung mehr oder elektroakustische Erzeugung)

• Die “Schmiede” aus dem Rheingold, Aufnahme von 1967 unter Karl Böhm (Reale Klangerzeuger, elektroakustische Übertragung)