27. Juli 2013 • Erste Pressestimmen

Eleonore Büning verquickt in ihrem FAZ-Artikel atmosphärische Eindrücke vom Grünen Hügel mit einer Kurzkritik zu Glogers überarbeitetem „Holländer“.
Vor wenigen Tagen hatte sie in einem Artikel über den „Uralstürmer“ Kirill Petrenkon geschrieben: „Dass sich alle Aufmerksamkeit auf die Musik in Bayreuth richtet in diesem Jahr, ist zwar sicher nicht allein Petrenko zuzuschreiben. Aber es ist eine Neuigkeit. Denn was die Regietheaterregisseure so treiben auf dem Hügel, nun, man wird sehen, das regt selbst die konservativsten Wagnerianer nur noch mäßig auf. Aber diese unsichtbare Musikspitzenmannschaft da unten im Abgrund, auf dem zusammengenagelten, alten Dirigentenstuhl: Petrenko im „Ring“, dann Christian Thielemann, der diesmal wieder den „Holländer“ dirigiert, nebst Andris Nelsons für den „Lohengrin“: Das ist ein Dreamteam, wie es das seit Jahrzehnten hier nicht mehr gegeben hat.“

„Zum Start gab es nur Aufgewärmtes“, resümiert Markus Thiel im Merkur online die diesjährige Pressekonferenz und den Festspielauftakt.

Ein „bröckelndes Bayreuth“ will Christine Lemke-Matwey in der ZEIT beschreiben, das ist so gelangweilt geschrieben, dass es sich auch nur bei Langeweile zu lesen lohnt (wenn überhaupt).

Für Spiegel online ist Werner Theurich nach Bayreuth gefahren und meint: „Richtig edel ist an diesem taufrischen „Rheingold“ aus Bayreuth eigentlich nur die musikalische Seite: Ein endlich einmal homogenes, gut aufgelegtes Ensemble überzeugt über weite Strecken, und vor allem der hochgelobte Opernspezialist Kirill Petrenko dirigierte von Beginn an mit penibler Finesse, exzellenter Klarheit und dennoch enormer Kraftentfaltung, so dass er am Schluss mit Abstand und völlig zu Recht den meisten Premierenbeifall einheimste. Wie ihm trotz der heiklen Akustik im Bayreuther Festspielhaus eine nahezu perfekte Balance zwischen Orchester und Solisten gelang, grenzt bei einem Neuling auf dem „Grünen Hügel“ schon an ein kleines Wunder.“

Vorsichtig freundlich äußert sich Reinhard J. Brembeck in der Süddeutschen Zeitung über den Auftakt der Ring-Neuinszenierung: „Obwohl Petrenko und Castorf die alten Mythen demontieren und oft komisch ins Abseits stellen, wird der Abend nicht platt. Zwar geht es nicht mehr um die höchste Götterhierarchie, sondern nur mehr um einen mittelständischen Gaunerclub, die Probleme des Machterhalts aber sind dieselben und sie sind genauso existenziell.“

In der Neuen Zürcher Zeitung resümiert Peter Hagmann nach den ersten zwei Teilen der Tetralogie: „Irritierend ist dabei weder der Versuch Castorfs, sich als Regisseur in die Interpretation der Tetralogie einzumischen, noch sein eigenwilliger Denkansatz. Störend ist vielmehr der szenische Aktionismus: die Macht, mit der sich das Optische in den Vordergrund zu drängen sucht. Die Bildschirme fügen dem schon ausreichend komplexen Geflecht der Ebenen in Wagners Musiktheater eine weitere hinzu – ausserdem eine, welche die Aufmerksamkeit besonders absorbiert und das Zuhören erschwert. Das ist darum schade, weil dieser neue Bayreuther «Ring» musikalisch zu einer bedeutsamen Wegmarke werden könnte.“ Hier können Sie den vollständigen Text finden.

In der Berliner Zeitung beschreibt Peter Uehling den Ring als „Castorfs weitgehende Weigerung, mit etwas wie Personenregie ein Verhältnis zwischen den Bühnenbildern und der Geschichte herzustellen“. Für Catherine Foster (aus der er „Forster“ macht) findet er warme Worte, stellt ansonsten allerdings Fragen, die er beim Besuch eines Einführungsvortrags von Sven Friedrich beantwortet bekommen hätte.

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