4. August 2013 • Freunde treffen Freunde • Richard Wagner und das Gehirn

Prof. Dr. Helmut Reuter, Ana-Marija Markovina, Dr. Wolfgang Wagner

Prof. Dr. Helmut Reuter, Ana-Marija Markovina, Dr. Wolfgang Wagner

Richard Wagners Musik hält das Gehirn auf Trab. Zu diesem Schluß kommt der Psychologie-Professor Helmut Reuter vom Institut für Bildung und Kultur in Köln.

Allein durch Begeisterung könne man bestimmte Dinge im Gehirn steuern, zum Beispiel um Depressionen zu verhindern, sagte Reuter bei einer Veranstaltung der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth.

Als vollkommenste Form der Begeisterung bezeichnete Reuter die Musik. Man könne sein Gehirn nicht vollkommener und intensiver beschäftigen als mit Musik, meint Reuter, zu dessen  Forschungsgebiet die Musikpsychologie gehört. Gesteigert werden könne diese Form der Begeisterung lediglich noch durch die Musik Richard Wagners, die der Psychologie-Professor als „Ekstase des Musik-Erlebens“ bezeichnete.
Reuter verglich das menschliche Gehirn mit einem Muskel, der ständig trainiert werden will. Das könne kaum besser geschehen als mit der Musik Wagner. Denn dabei werde das Gehirn auf die denkbar günstigste Weise bemüht, Emotion, Verstand und Motorik würden in gleicher Weise beansprucht. Hinzu komme im Werk Richard Wagners, daß der Komponist unbewußte Sehnsüchte gestaltet hat, die manchmal auch voller Widersprüche seien. Richard Wagner stehe damit auch für die Sehnsüchte seiner Zeit, die damals durch die Industrialisierung schon eine ganz andere geworden war.
Wie Musik wirkt, das demonstrierte Professor Helmut Reuters Ehefrau, die kroatische Pianistin Ana-Marija Markovina, bei dem Gesprächskonzert im Kammermusiksaal der Klaviermanufaktur Steingraeber mit zwei Wagner-Paraphrasen von Hugo Wolf, der Meistersinger- und der Walküre-Paraphrase. Beide hatte die Pianistin unlängst am gleichen Ort auf CD eingespielt.

Stephan Herbert Fuchs

Bild:
„Freunde treffen Freunde“: Unter diesem Motto referierten der Psychologie-Professor Helmut Reuter und die kroatische Pianistin Ana-Marija Markovina bei einer Veranstaltung der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, rechts im Bild Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Wagner.
Foto: Fuchs

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