Vorschau Almanach 2014

Auf Hochtouren wird in der Geschäftsstelle an der Fertigstellung des Almanachs 2014 gearbeitet, der Ende Juni erscheinen wird.

Almanach 2014 Titelbild

Ein Vortrag des Bühneninspizienten der Bayreuther Festspiele im letzten Sommer in der Klaviermanufaktur Steingraeber stieß bei den Zuhörern auf große Begeisterung. Grund genug, den Menschen und seinen außergewöhnlichen Beruf nun allen Mitgliedern vorzustellen. „Er ist einfach ein Mensch für die Bühne“, stellt Stefanie Kneer in ihrem Beitrag über Udo Metzner fest, der seit 37 Jahren für das Publikum unsichtbar eine verantwortungsvolle Aufgabe innehat. Das Entscheidende bei seiner Arbeit sei, immer die Ruhe zu bewahren und ein waches Auge für alles und jeden zu haben – auch in brenzligen Situationen. „Der Inspizient kennt seine Mitarbeiter und vor allem deren Reaktionszeit, die er bedenken muss. Wie beispielsweise in der Ring-Inszenierung von Harry Kupfer, bei der in der Walküre etwa 60 Quadratmeter Boden nach unten fallen mussten, aber erst wenn Wotan im Gespräch mit Brünnhilde ‚das Ende‘ ankündigt. ‚Da kam ich ins Spiel. Das maschinelle Auslösen des Falls braucht 2,5 Sekunden, dazu rechne ich noch die Reaktionszeit des jeweiligen Technikers. So weiß ich exakt, wann ich mein Kommando geben muss‘, erklärt Metzner.“

Klaus Kalchschmid und Jens F. Laurson haben sich mit Künstlern der aktuellen Ring-Inszenierung zu Gesprächen getroffen, um diese für den Almanach zu porträtieren.

Über die Herausforderung, zwei sehr unterschiedliche Rollen zu gestalten, weiß der Bassist Wilhelm Schwinghammer zu berichten. In diesem Sommer wird er die Rollen als Heinrich der Vogler in Lohengrin sowie als Riese Fasolt in Das Rheingold übernehmen: „Fasolt ist hin- und hergerissen, weil er verliebt ist in Freia – aber das Gold auch gerne hätte, Frau UND Geld eben. Wenn er singt: ‚Ein Weib zu gewinnen, das wonnig und mild‘, dann sind das herrliche Phrasen, die für sich sprechen – und sich einfach wie Butter singen, ganz anders als der Heinrich, der eine ordentliche, gute Höhe braucht, damit die F‘s am Ende einer Phrase auf den vokal e auch sitzen – und kurz danach die Töne zwei Oktaven tiefer. Ein Fis beim Bass ist das hohe C des Tenors!“

Die Karriere der Mezzosopranistin Okka von der Damerau begann bereits während ihrer Ausbildung als Hörgeräte-Akustikerin, bei der sie sich in die schalldichte Abhörkabine gestellt und gesungen habe, während über ihr gestaubsaugt wurde. Inzwischen hat sie ihren Weg auf die Bühne gefunden und wird im Ring Zyklus die Partien der 1. Norn, der Grimgerde sowie der Floßhilde übernehmen. Natürlich berichtet auch Okka von der Damerau über die Arbeit mit Frank Castorf beim Ring im letzten Jahr: „Oh, ich habe ihn geliebt. Er war ganz anders, als man mir gesagt hat, war keineswegs verletzend oder cholerisch; auch wenn vieles nicht auf Anhieb zu verstehen war, weil er ein so unglaublich vielschichtiger Mensch ist. So arbeitet er auch. Denn er macht es sich nicht leicht. Was er von uns wollte, ist in einer sehr freien Arbeitsatmosphäre entstanden.“
Weitere Gesprächspartner, wie der Ring-Bühnenbildner Aleksander Denić, die Harfenistinnen des Festspielorchesters sowie eine Fortsetzung des Beitrags von Stefan Jöris über Sonderinstrumente im Ring runden das Bild ab.

Wenngleich unsere Mitglieder durch ihre Herkunft, ihr Alter, verschiedene Sprachen, Berufe oder Hobbys unterschiedlicher nicht sein könnten, vereint sie doch alle eines: die Leidenschaft zum Werk Richard Wagners. In unseren Beiträgen versuchen wir stets, auf die Interessen unserer Mitglieder einzugehen. Ihre Vorschläge und Anregungen zu möglichen Themen sind dabei herzlich willkommen.