Die Schauplätze in Castorfs RING


Am Grunde des Rheins, auf Berghöhen, in Kluften und Minen, auf Felsengebirgen, in wilden Gegenden – dies sind nur ein paar Beispiele der mystischen Orte, die Richard Wagner in seinen Partituren des »Ring des Nibelungen« nennt. Frank Castorf wählt in seiner Interpretation des »Rings« Orte, die dem Publikum aus anderen Zusammenhängen vertraut sind und möglicherweise trotzdem Fragen zu deren Hintergründen offen lassen. So werden hier die Route 66, Ölfelder am Kaspischen Meer, Mount Rushmore, der Alexanderplatz in Berlin mit der Leuchtreklame für »Plaste und Elaste aus Schkopau« zu Schauplätzen des Geschehens. Castorfs Grundmotiv dabei ist Öl, eine Ressource, die in seiner Interpretation des »Rings« den Weg in die Geschichte des 20. Jahrhunderts eröffnet.

Von einer »fragmentarisierten Welt« wie beim Surfen im Internet oder dem Zappen beim Fernsehen spricht Patric Seibert, wenn er in seiner Einführung zum Werk erklärt, warum Geschichte, und demzufolge Castorfs »Ring«, nicht linear zu denken ist: »Schnell generierte und gesammelte Informationen können kaum mehr in einen Gesamtkontext eingeordnet werden, Bruchteile geben einen Eindruck vom Großen und Ganzen«.

Wir möchten den Blick hinter das »Große und Ganze« wagen und einige der Schauplätze, die Frank Castorf in seiner Inszenierung wählt, näher betrachten.

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