Schauplätze in Castorfs RING • Die Route 66

The Wigwam

Die Route 66 zählt zu den bekanntesten Straßen der Welt. Zahlreiche Lieder handeln vom Lebensgefühl der amerikanischen Highways, darunter Aretha Franklins Song »Freeway to love« oder »Get your kicks on Route 66«, der erstmals 1946 auf der Platte von Nat King Cole zu hören war. »…if you ever plan to motor west, travel my way, take the highway that is best…”, der Text lässt schon erahnen, welches Lebensgefühl mit der Straße verbunden wird. Es reicht von der Hoffnung nach einem besseren Leben über den Traum von Freiheit bis hin zur Lust auf das Abenteuer.

Frank Castorfs »Rheingold« spielt an einer Tankstelle sowie im »Golden Motel« an der Route 66. Exklusiv für unsere Mitglieder werden auf unserer Internetseite im Mitgliederbereich die inszenierungsbezogenen Einführungen von Sven Friedrich zur Verfügung gestellt.

Den Beginn der Route 66 bildet der Traum der frühen 20er Jahre, eine Handelsverbindung zwischen Chicago und der wirtschaftlich starken Westküste zu errichten. Schnell wurde die Verbindungslinie quer durch das Land zur Suche nach Arbeitsplätzen im reichen Westen genutzt und damit zu einem Symbol für ein neues Leben. »Sie kommen auf die 66 von Seitenstraßen, von Felswegen, von Dorfstraßen. Die 66 ist die Mutterstraße – die Straße der Flucht«, beschreibt John Steinbeck den Highway in seinem Monumentalwerk »Früchte des Zorns«. Auch während des Zweiten Weltkriegs wurde die Transkontinentalverbindung zur wichtigen Route zahlreicher Lkw- und Militärkolonnen, die Soldaten quer durch das Land transportieren oder auf der zurückkehrende Soldaten die Heimreise antraten.

Dagegen standen die 50er und 60er Jahre ganz im Zeichen des Wohlstands, mit gutem Verdienst und einer bisher noch nie dagewesenen Freizeit, in der Familien ihren Wohlstand und ihr fortschrittliches Leben zelebrierten. Die Route 66 wurde nun zum Symbol des Reisens, das »typische« Erscheinungsbild entstand: Grelle Reklametafeln und auffällige Neonschilder machten auf Tankstellen, Schnellrestaurants und Motels mit Swimmingpools und kleinen Shops aufmerksam, die an strategisch günstigen Etappen entlang des Highways eingerichtet wurden.

Die Ölkrise der 70er Jahre leitete schwere Zeiten für die Route 66 ein, immer mehr Geschäfte entlang der Straße verfielen zusehends. Seit dem Jahr 1985 ist die Route 66 kein US-Highway mehr, dafür wurde in den Abschnitten durch Illinois, Oklahoma, Texas, New Mexico und Arizona die »Historic Route 66« eingerichtet, die jährlich zahlreiche Besucher anzieht, die sich nach Abenteuer sehnen und die Magie der Straße erleben möchten.

 

Quellen:

Heeb, Christian u.a.: Route 66. Von Chicago nach Los Angeles, München 2010.

Polster, Bernd u.a.: Highway. Amerikas endloser Traum, Köln 1996.

www.historic66.de/geschichte-der-route-66/ (Aufruf 9.12.2014)

http://www.germany66.org/cms66/index.php/die-route-66/die-geschichte-der-route-66 (Aufruf 9.12.2014)

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