Erste Kritiken zum »Tristan«

Katharina Wagners zweite Inszenierung im Theater ihres Urgroßvaters wird von der Kritik wohlwollender aufgenommen als ihre »Meistersinger« vor acht Jahren. Auf SPIEGEL online lobt Werner Theurich den Mut der Regisseurin: »Eine Abstraktion von Beginn an, ein Diskurs, mit dem Katharina Wagner die Oper analysieren, aber nicht zertrümmern wollte. Eine Gratwanderung wurde es, voller Behutsamkeit, aber auch voller Untiefen. Statische, eher dekorative als dramaturgisch griffige Personenregie führte Tristan und Isolde sauber vor, was dem Gesang und der Musik allerdings allen denkbaren Raum gewährte.«

»Tristan versöhnt Katharina Wagner mit den Fans«, titelt die WELT und lässt dabei offen, welche Fans sie meint – die von Katharina oder Richard Wagner. Um dann im Untertitel zu behaupten, sie (Katharina) hätte nun auch den letzten Wagnerianer überzeugt. Wer jetzt noch wissen will, was dem folgt, findet den Artikel von Lucas Wiegelmann hier.

Bernhard Neuhoff ist in seiner Kritik für BR Klassik weder begeistert noch enttäuscht: »Nichts Märchenhaftes soll dieser Tristan haben. Und doch spielt er in keiner erkennbaren historischen Zeit, in keiner äußeren Wirklichkeit.« Von der Regiearbeit hat er den Eindruck gehabt, sie sei nicht fertig. Christa Mayer und Georg Zeppenfeld bekommen sein uneingeschränktes Lob, Bewunderung zollt er dem Mann am Dirigentenpult: »Wirklich unter die Haut geht alles, was aus dem Orchestergraben tönt. Christian Thielemann zaubert mit allen Lockmitteln der Romantik.«

Von einer weiblichen, fast schon feministischen Sicht auf die Protagonisten spricht Reinhard J. Brembeck in der Süddeutschen Zeitung. »Dabei geht sie so behutsam vor, dass das in Sachen Regie oft heikle bis intolerante Festspielpublikum zuletzt kein einziges Buh für das Bühnenteam übrig hat, als sich Katharina und die ihren kurz und verschämt auf der Bühne zeigen.«

Das Bühnenbild sei fotogen, aber störanfällig und habe mehr als einmal in die Musik geklappert, findet Eleonore Büning in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.  Ihr Fazit: »Das Beste, was man über diese Inszenierung sagen kann, ist: Sie ist mehrheitsfähig.«

Von der besten Bayreuther Premiere seit Jahren spricht Robert Braunmüller in der Abendzeitung München: »Endlich eine Wagner-Aufführung, die das große Kribbeln auslöst.«

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