2. Dezember 1920 • Verena Wagner geboren

Ina Besser-Eichler mit Verena Lafferentz beim Festkonzert zu Verenas 90. Geburtstag

Ina Besser-Eichler mit Verena Lafferentz beim Festkonzert zu Verenas 90. Geburtstag

Als letztes Kind von Siegfried und Winifred Wagner kam Verena am 2. Dezember 1920 in Bayreuth zur Welt. Wie ihre Geschwister auch, stand »Nickel« im Ruf, ein lebendiges (die Zeitgenossen fanden dafür weniger verständnisvolle Begriffe) und aufgewecktes Kind zu sein. Sie ist der einzige noch lebende Wagnerenkel und hat inzwischen ihre Großmutter Cosima, die 93 Jahre alt wurde, übertroffen.

Allerdings hat sie sich  öffentlich auch weitgehend zurückgehalten, bei den Kämpfen um die Macht auf dem Grünen Hügel fiel ihr Name lediglich im Zusammenhang mit der erwogenen Kandidatur ihres Sohnes im Jahre 2000.

Hitler mit Verena und Friedland

Obwohl es Spekulationen gab, der im Hause Wagner als Familienanschluss behandelte Adolf Hitler würde sich gern mit ihr als Frau an seiner Seite schmücken, wenn da nicht der grosse Altersunterschied wäre, heiratete sie 1943 einen 23 Jahre Älteren. Mit Bodo Lafferentz, der die Organisation Kraft durch Freude leitete und zur Geschäftsleitung des Volkswagenwerkes gehörte,  hat sie fünf Kinder.

Bodo Lafferentz organisierte während der Kriegsjahre die KdF-Verschickung verwundeter Frontsoldaten zu den Bayreuther Festspielen – dadurch war die Auslastung des Hauses ebenso gesichert wie die Finanzierung des Spielbetriebs (weshalb Winifred den Schwiegersohn auch ihren Dukatenscheißer nannte).

Von ihrer Mutter während des Krieges nach Überlingen am Bodensee geschickt (wo sie noch heute lebt), versuchte sie mit ihrem Mann und ihrem Bruder Wieland sowie dessen Frau 1945, über den See in die Schweiz zu fliehen. Doch man ließ das Boot nicht ans Ufer und schickte sie wieder zurück.

Als Winifred 1949 zugunsten ihrer Söhne von der Festspielleitung zurücktrat, empfanden das ihre Töchter Friedelind und Verena als Bruch des Testaments ihres Vaters. Verena schrieb an ihre Mutter, sie empfinde schon lange, »daß man von uns keinerlei Notiz nimmt und nicht im entferntesten daran denkt, daß wir neben der Liebe zu der Bayreuther Sache auch noch Rechte haben, die Du zu verteidigen die Pflicht hast.«

Doch die Mutter-Tochter-Beziehung wurde dadurch nicht langfristig gestört. Als die Firma ihres Mannes in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte, überschrieb Winifred ihr Nußdorfer Haus an Verena, was ihr Vorwürfe von Wolfgangs Seite einbrachte. Als dieser wiederum sich von seiner Frau Ellen trennen wollte, um seine Sekretärin Gudrun Mack heiraten zu können, bot Winifred ihrer Noch-Schwiegertochter Asyl im Siegfriedhaus an. Einen Tag vor Ellens Einzug orderte sie Verena zu sich und ließ sie große Teile ihres Privatarchivs mit Korrespondenzen nach München zu deren Tochter Amélie bringen, wo sie bis heute im geheimnisumwitterten »weißen Schrank« gelagert sein sollen, an den niemand herangelassen wird.

Schließlich starb Winifred bei einem Aufenthalt in Überlingen, wo sie noch ein letztes Mal von Friedelind besucht wurde.

Die Werke ihres Vaters Siegfried bekannter zu machen, ist ein  Herzensanliegen von Verena Lafferentz. Öffentlich in Erscheinung getreten ist sie auch als Botschafterin für die Richard-Wagner-Verbände. Thomas Krakow vom Leipziger Verband bezeichnet sie als »stillen Star« und einen Menschen, »den man nie vergisst«.

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