Parsifalwörterbuch • Schächer

Schächer und Riesen traf seine Kraft: so charakterisiert Kundry (in der 1. Szene des 1. Akts) Parsifals äußere und innere Kraft. Das von »Schâch« (Raub) abgeleitete Wort heißt im Mittelhochdeutschen schachaere und bedeutet im Mittelalter wörtlich »Räuber«, im schlimmsten Fall »Mörder«. Im ersten Fall werden damit die Bösewichte charakterisiert, die (in der Walküre) Sieglinde rauben und Hunding zur Frau geben, im zweiten Mime, der sich von Siegfried sagen lassen muss, dass »viel üblere Schächer« im Wald herumlaufen als Fafner, der gerade erschlagen wurde: so wie die bösen Schächer vom guten Parsifal.

Da Parsifal in diesem Jahr als Neuinszenierung auf dem Bayreuther Spielplan steht, haben wir uns vorgenommen, jeden Monat einen besonderen Begriff aus Wagners Wortschatz vorzustellen. Unser Autor ist der Musikwissenschaftler Dr. Frank Piontek.

2 Kommentare zu “Parsifalwörterbuch • Schächer

  1. Wohl schon lange nicht mehr die Bibel in der Übersetzung Luthers gelesen? Zumindest der älteren Generation ist der Begriff Schächer für die heute mit Übeltäter übersetzten, zusammen mit Jesus Gekreuzigten ein fester Begriff.

  2. ….schon schlimm, wenn man den Deutschen ihre eigene Sprache erklären muss! Ein Armutszeugnis ersten Ranges!

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