Parsifalwörterbuch • freislich

»Den freislichen Knaben lernten sie* fürchten«, sagt Kundry (I/1). Das zugrunde liegende mittelhochdeutsche Substantiv vreise ist komplex: es meint sowohl Gefahr, Verderben, Drangsal, Not, Schrecken, Ungestüm und Grausamkeit als auch Wut, Zorn und Angst. Der gefährliche Parsifal verbreitet (wie im Nibelungenlied der vrîsliche Kämpfer Siegfried) Schrecken und Not, indem er das Schwert »freislich wider den Schwarm« der Verteidiger von Klingsors Zauberburg führt, der sich in großer Drangsal befindet. Schon im Ring werden der feuerumtoste Walkürenfelsen und Fafners Schlund zurecht als freislich bezeichnet.

*gemeint sind die von Parsifal erschlagenen Schächer

 

Da Parsifal in diesem Jahr als Neuinszenierung auf dem Bayreuther Spielplan steht, haben wir uns vorgenommen, jeden Monat einen besonderen Begriff aus Wagners Wortschatz vorzustellen. Unser Autor ist der Musikwissenschaftler Dr. Frank Piontek.

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