Parsifalwörterbuch • Eigenhold

»Die betörten Eigenholde« – das sind die Ritter, die Liebhaber der Blumenmädchen, die ihnen ganz und gar zu gehören scheinen.

Ursprünglich bedeutete hold vermutlich geneigt oder abwärts sich neigend. Es bezog sich also auf die Zuneigung des Knechts zu seinem Herren. Daraus wurde die treue Ergebenheit. In huldigen steckt noch diese Bedeutung. Ein Eigenhold ist also der Untertan eines Herren oder, wie bei Wagner, einer Herrin: im Sinn einer erotischen Dienerschaft. »Holda, die Holde« – so bezeichnet Fasolt Freia, die Göttin der Jugend im Rheingold, der er in diesem Sinne hold sein möchte.

Da Parsifal in diesem Jahr als Neuinszenierung auf dem Bayreuther Spielplan steht, haben wir uns vorgenommen, jeden Monat einen besonderen Begriff aus Wagners Wortschatz vorzustellen. Unser Autor ist der Musikwissenschaftler Dr. Frank Piontek.

Ein Kommentar zu “Parsifalwörterbuch • Eigenhold

  1. Kleiner Fehler in Bezug auf Holda. Was Fasolt tatsächlich sagt: „Freia, die Holde, Holda, die Freie.“ Wäre doch schade, wenn dieses Wortspiel unter den Tisch fiele.

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