Pressestimmen zum »Parsifal«

Für die WELT berichtet Lucas Wiegelmann von der Premiere, sein Fazit: Laufenbergs Inszenierung sei beunruhigend aktuell, aber »er beschränkt sich darauf, abzubilden, was im Libretto steht, es ist eher eine Illustration als eine Inszenierung.«

»Uwe Eric Laufenberg will ein großes Rad drehen. Er inszeniert das Stück als Gleichnis auf das Gewaltpotential der Religionen, als Plädoyer für die Befreiung aus den Fesseln des Dogmas. Das ist gut gemeint, handwerklich schwach umgesetzt, oft langweilig und leider auch nicht frei von Kitsch.« So faßt Bernhard Neuhoff in seiner Kritik für BR Klassik seine Eindrücke zusammen.

Ulrich Amling zeigt sich im Tagesspiegel so wenig angetan von Laufenbergs Arbeit, daß er sich die Frage stellt, was wohl Meese draus gemacht hätte: »Meese in Bayreuth, das hätte die komplette Anarchie der Kunst werden können. Dazu fehlte offensichtlich der Mut. Der geschasste Künstler hat ihn im Übermaß bewiesen, als er Hitler die letzte gelungene Inszenierung am Grünen Hügel schimpfte.«

Damit steht Amling nicht allein, auch Wolfgang Behrens sieht in seiner Nachtkritik das größere Potential in der nicht zustande gekommenen Inszenierung. Die vorliegende beschreibt er als kitschbehafteten Ausdruck frommen Kinderglaubens: »Besonders ärgerlich ist dieser Kitsch-Ausrutscher, weil (…) das Dirigat des kurzfristigen Einspringers Hartmut Haenchen (…) in seinem Bestreben, die Partitur noch im scheinbar Statischen im beständigen Fluss der Phrasen zu halten, ganz zu sich selbst kommt – ein musikalischer Höhepunkt trifft so auf den szenischen Tiefpunkt.«

Auch Reinhard J. Brembeck lobt auf sueddeutsche.de das Ergebnis von Hartmut Haenchens Arbeit. »Nur das Regieteam muss ein paar Buhs einstecken. Bayreuth hat damit also einen soliden „Parsifal“ im Repertoire, der in erster Linie musikalisch punktet.«

Anthony Tommasini nennt Laufenbergs Inszenierung in der New York Times »feinfühlig und optisch fesselnd«, auch versteht er das, was seine deutschen Kollegen als verkitscht empfinden, als bewußt eingesetztes Stilmittel.

Der Guardian bringt zu den Proms ein Interview mit Sir Roger Norrington, der sich freuen würde, einmal nach Bayreuth eingeladen zu werden. Der 82jährige Dirigent sah seine Chance schon fast gekommen, als es für ihn so aussah, als wenn Nike Wagner eine Rolle auf dem Grünen Hügel spielen könnte. Muß also schon eine Weile her sein …

Marie-Aude Roux lobt in Le Monde den kurzfristig eingesprungenen Dirigenten Harmut Haenchen und gibt sich »bezaubert von der Musik«.
Auf culturebox werden vor allem Pankratova, Vogt und Zeppenfeld hervorgehoben, ansonsten widmet sich der Artikel mehr der sogenannten »Sicherheitslage« als der Inszenierung. Nicht viel anders auf ladepeche.fr, die sich auch auf den gleichen Beitrag des ungenannten AFP-Korrespondenten beziehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s