Parsifalwörterbuch • der Tor

Parsifal ist bekanntlich ein »reiner Tor«.

Dem mittelhochdeutschen Tôr ist das althochdeutsche tûsig (wie in Dusel) verwandt. Ein Tôr ist ein Geistesgestörter, der töricht ist, d.h: jemand, der nicht hören will und kann, weil er gleichsam taube Ohren hat. Aus dem pathologisch Irren wurde im Lauf der Sprachgeschichte ein Mensch, der gegen den Verstand handelt, weil er – anders als etwa der weise Gurnemanz – unvernünftig ist: ein »blöder [schwacher], taumelnder Tor«, wie Parsifal sich selbst im Gespräch mit Kundry bezichtigt.

Da Parsifal in diesem Jahr als Neuinszenierung auf dem Bayreuther Spielplan steht, haben wir uns vorgenommen, jeden Monat einen besonderen Begriff aus Wagners Wortschatz vorzustellen. Unser Autor ist der Musikwissenschaftler Dr. Frank Piontek.

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