Meistersingerwörterbuch • Tabulatur

»Was Euch zum Liede Richt‘ und Schnur, vernehmt nun aus der Tabulatur«, singt der Ansager Fritz Kothner, bevor die Lehrbuben die Tafel der »Leges Tabulaturae« (der Tabulatur-Gesetze) von der Wand nehmen, von der der Sekretär den Gesetzestext abliest. Die historischen Meistersinger haben den Begriff der Tabulatur der Instrumentalmusik entlehnt, obwohl die Musik auf ihr keine Rolle spielte. Sie enthielt die Kunstregeln der Singer, doch nur, soweit sie die Texte betrafen. Sie schrieb vor allem die Vers- und Reimgestaltung vor, forderte die Sprachverständlichkeit (im Sinne des Luther-Deutschen), den ununterbrochenen Vortrag und die dogmatische Stimmigkeit der geistlichen Lieder.

Da Die Meistersinger in diesem Jahr als Neuinszenierung auf dem Bayreuther Spielplan stehen, stellt wieder jeden Monat der Musikwissenschaftler Dr. Frank Piontek einen Begriff aus Wagners Wortschatz vor.

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