Meistersingerwörterbuch • Ton & Weise

Ton und Weise hängen zusammen wie Adam und Eva: bezeichnet der Ton (ursprünglich Schall, Geräusch bzw. Lied, kunstmäßige Melodie, Musikstück) die Melodie eines Liedes, so die Weise seinen Text. Tristan hört im Sterben eine »alte Weise«, Stolzing muss eine neue Weise und einen neuen Ton erfinden, um als Dichter zu gelten. David listet in seiner »Arie« dem Ritter von Stolzing Dutzende von Tönen auf, die ein Meistersinger kennen muss. »Gute Töne« galten schon im Mittelalter als Voraussetzung kunstgerechten Singens, doch sind die Tonbeugungen, die die Singer (wie Beckmesser in seiner Serenade) zur Verfertigung eines äußerlich (fast) formal perfekten Textes vornahmen, berüchtigt.

Da Die Meistersinger in diesem Jahr als Neuinszenierung auf dem Bayreuther Spielplan stehen, stellt wieder jeden Monat der Musikwissenschaftler Dr. Frank Piontek einen Begriff aus Wagners Wortschatz vor.

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