Lohengrins Juristisches Wörterbuch • Heerbann

»Des Königs Heerbann steht im 1. Akt zusammen mit Heinrich neben der Gerichtseiche. Im 3. Akt zieht er dann »mit seinem sächsischen Heerbann ein.

Der Begriff stammt vom mittellateinischen »heribannus« ab. »Bannus«, im Althochdeutschen »ban«, bezeichnet in seiner ursprünglichsten Bedeutung »sprechen« und zunächst allgemein die Regierungsgewalt des Königs oder eines Herzogs, der allein bevollmächtigt ist, ein Gebot (einen »Bann«) zu erteilen. Der Heerbann als Teil des Königsbanns gemäß der Reichsheeresverfassung des Heiligen Römischen Reiches ist bis ins 10. Jahrhundert nur eine von mehreren Bann-Arten: das Recht, das Heer und alle waffenfähigen freien Grundbesitzer zur Heerfahrt »aufzubieten«, d. h. zu einem Reichskrieg zu rüsten. König Heinrich bringt es auf den Punkt: »Den Heerbann übte ich zum Widerstand« (gegen die das Land bedrohenden Ungarn).

Richard Wagner hat in seinem Lohengrin etliche verzwickte juristische Fälle und Probleme untergebracht. Dabei erwies er sich als äußerst quellenkundig. Er konsultierte mehrere Rechtsgeschichten (u.a. von Jacob Grimm), um die Handlung seiner Oper möglichst realistisch auszustatten – und mit vielen juristischen Fachbegriffen aus der Spielzeit der Oper (10. Jahrhundert) zu versehen. Da sie sich heute nicht mehr von selbst verstehen, wird Frank Piontek anläßlich der  Neuinszenierung des Lohengrin 2018 Verständnishilfe leisten.

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