Wagner wagen

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Zu den bevorstehenden Osterfeiertagen lohnt sich eine Exkursion ins tiefste sächsische Land: Wie wär’s mit Graupa?

 

In diese liebreizende Einöde unweit von Pirna hatte sich Richard Wagner zurückgezogen, um Lohengrin zu komponieren. Heutzutage erwartet den Besucher dort ein schönes, modern gestaltetes Museum über Wagner und sein Schaffen, das Haus, in dem er damals wohnte sowie eine kleine Wanderung in die Wildromantik.

Das Museum und das Wohnhaus wurden zum Jubiläum 2013 eröffnet. Während das Haus recht schnell besichtigt werden kann, empfiehlt sich ein längerer Aufenthalt im Museum. An regnerischen Tagen lässt sich dort viel Zeit ohne Langeweile verbringen. Die modern gestalteten Räume beleuchten ausgiebig verschiedene Aspekte von Wagners Schaffen: Bühnenprospekte aus Wagners Dresdner Zeit, eine Bibliothek, um seine Dichtung nachvollziehen zu können und interaktive Orchesterdarstellungen, die auf den Spieltrieb abzielen. Bei Sonnenschein ist ein Spaziergang durch den Liebethaler Grund ein absolutes Muss.

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Die Nordhänge der Elbe zwischen Dresden und Pirna sind eine einmalige Landschaft, in der sich die Stimmung der Romantik nachempfinden lässt. Dort hatte schon Carl Maria von Weber die Inspiration für seinen Freischütz gefunden. Ein paar Jahrzehnte später komponierte Wagner dort Teile von Lohengrin

Der Wanderweg durch den Liebethaler Grund führt durch die schönsten Bühnengestaltungen, die man sich für Wagners Oper erträumen kann. Es ist, als würde man in Gemälde eintauchen, Caspar David Friedrich ist auch nicht weit. Im Laufe des Spazierganges entfernt sich jede Wahrnehmung der modernen Zivilisation. Der Wald, der Bach, das Licht gestalten hier noch Schöneres als jede Inszenierung, denn diese Natur, auch wenn sie schon etwas „eingerichtet“ ist, erscheint unberührt. Den Wanderweg gibt es übrigens seit 1841, und die Lochmühle, die bald am Wegesrand auftaucht, war schon damals ein bekannter Treffpunkt für Künstler und Träumer.

Doch recht bald erscheint Kultur mitten in der Natur: das imposante, leicht bedrohlich wirkende Wagnerdenkmal von Richard Guhr aus Bronze, verwandelt die idyllische Stimmung ins Mystische.

 

Ihm gegenüber steht nun ein Mast.

Oben ein Lautsprecher, unten ein Knopf.

Drückt man, erschallt im Wald volle Dröhnung die Orchestermasse des Meisters!

 

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