Lohengrins Juristisches Wörterbuch • Folge

»Wir geben Fried und Folge dem Gebot«, rufen die Brabanter dem König zu. »Volgen« hat im Mittelhochdeutschen auch eine streng juristische Bedeutung. An sich bedeutet es »Heerfolge leisten« (im wörtlichen Sinne von »nachgehen«, wobei das althochdeutsche Verb »leisten« mit dem mittelhochdeutschen »volgen« sinngleich ist). In Zusammenhang mit einem Substantiv bedeutet volgen »beipflichten«, »zustimmen« (wie in der Gerichtssprache: »Folge geben«) oder »gehorchen«. In letzterem Sinne bezeichnet der Begriff auch heute noch das Verhältnis zwischen einem Erzieher und einem zu Erziehenden. Populär gesagt: »Folgst du?«

Richard Wagner hat in seinem Lohengrin etliche verzwickte juristische Fälle und Probleme untergebracht. Dabei erwies er sich als äußerst quellenkundig. Er konsultierte mehrere Rechtsgeschichten (u.a. von Jacob Grimm), um die Handlung seiner Oper möglichst realistisch auszustatten – und mit vielen juristischen Fachbegriffen aus der Spielzeit der Oper (10. Jahrhundert) zu versehen. Da sie sich heute nicht mehr von selbst verstehen, wird Frank Piontek anläßlich der  Neuinszenierung des Lohengrin 2018 Verständnishilfe leisten.

Tristan-Collage in Zürich

1956 gegründet, setzt sich die Schweizerische Richard Wagner-Gesellschaft mit ihren derzeit 350 Mitgliedern dafür ein, das Leben und Werk Richard Wagners bekannter und zugänglicher zu machen. In diesem Sinne erwartet Wagner-Freunde am 21. April am Konservatorium Zürich ein besonderes Highlight. Das Konzept zu seiner Collage »O sink‘ hernieder …« stellt Regisseur John H. Mueller, selbst Mitglied der Freunde von Bayreuth, hier vor (Kartenbestellung hier):

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