Freunde treffen Freunde • Christoph Bauch

Christoph Bauch (Foto: Fuchs)

Schlosser, Schreiner, Elektriker, Maler: alles Berufe, die man nicht unbedingt mit den Richard-Wagner-Festspielen in Verbindung bringt. Und doch beschäftigt das Festspielhaus ganzjährig etwa 30 Handwerker. Deren Chef ist seit 2015 Christoph Bauch, Technischer Direktor der Festspiele. Bei den Freunden von Bayreuth plauderte der gebürtige Dresdner aus dem Nähkästchen und gewährte einen Blick hinter die Kulissen des Betriebes auf den Grünen Hügel.

»Eigentlich bin ich ein Opernmensch, auch wenn ich ein Techniker bin«, sagt Bauch, der den Theatertechnikjob von der Pike auf gelernt hat. Nach Stationen in Dresden, Bremen und zuletzt im Theater an der Wien war er nach Bayreuth gekommen, um schnell festzustellen: »Hier tickt die Uhr anders«. Bei rund 800 Beschäftigten im Festspielhaus während der Festspiele werde es schnell sehr eng und da bedürfe es einer ausgefeilten Logistik, damit letztlich alles klappt wie am Schnürchen.

Wenn dies der Fall ist, dann hat Christoph Bauch großen Anteil daran. Das Aufgabengebiet des Technischen Direktors reicht von der Pflege und Wartung sämtlicher Anlagen in allen Gebäuden des Festspielhauses über scheinbar banale Dinge wie Arbeits- und Brandschutz bis hin zur Umsetzung komplexer Bühnenbildtechnik der jeweiligen Produktionsteams. »Meistens können wir das umsetzen, was auf den Tisch kommt«, sagt Christoph Bauch. Sowohl von der Größe als auch von den Kosten wie auch bei der Akustik müsse dabei alles stimmen. Bis es allerdings soweit ist, könne es manchmal schon dauern und so lasse es sich auch erklären, dass bereits im Herbst die ersten Bauproben für den Ring 2020 beginnen.

Die meisten Regisseure und Bühnenbildner hätten durchaus Bodenhaftung und wüssten, dass auch für sie die Gesetze der Physik gelten, sagt Bauch. Trotzdem sei es oft seine Aufgabe, das möglich zu machen, was eigentlich unmöglich ist. »Geht nicht, gibt´s nicht«, möchte man sagen, doch der Technische Direktor ist überzeugt davon: »Wenn beide Seiten aufeinander zugehen, dann gibt es immer eine Lösung.«

Bayreuth bedeute eben auch immer absolute Perfektion. Das fängt schon damit an, dass jeder Effekt, egal ob mit Feuer oder Wasser, mehrfach kontrolliert wird. »Wir prüfen auch immer, wie man so etwas anders lösen könnte«, sagt er. Ganz profan: Wenn es möglich ist, eine echte Kerze durch ein täuschend ähnlich flackerndes LED-Licht zu ersetzen, dann werde das auch gemacht. Andernfalls benötige man für eine einzige Szene schon einmal eine zusätzliche Brandwache.

Am Rande der Veranstaltung »Freunde treffen Freunde« verriet Christoph Bauch auch, dass eine Übertitelung in Bayreuth wohl eher nicht kommen wird. Nicht nur, dass der technische Aufwand zu groß wäre. Eine Übertitelung widerspreche auch der Philosophie von Bayreuth und dem hiesigen Anspruch auf Authentizität.

Stephan Herbert Fuchs

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