Lohengrins Juristisches Wörterbuch • Urteil

Das Wort erscheint im 1. Akt des Lohengrin nicht weniger als sechsmal. Abgeleitet vom indogermanischen (nur erschliessbaren) »uzdailijaną«, aus dem u.a. das althochdeutsche Verb »irteilen« wurde, wird klar, was gemeint ist: Ein Urteil wird im Sinne einer richterlichen Entscheidung erteilt. Das von höchster Instanz »Erteilte« ist verwandt mit dem »ordal« (lat. Ordalium), also dem »Gottesurteil«. Dieser Begriff leitet sich ab von »or – deal«, also »Ur-Teil« oder »Ur-Sprung«.

Richard Wagner hat in seinem Lohengrin etliche verzwickte juristische Fälle und Probleme untergebracht. Dabei erwies er sich als äußerst quellenkundig. Er konsultierte mehrere Rechtsgeschichten (u.a. von Jacob Grimm), um die Handlung seiner Oper möglichst realistisch auszustatten – und mit vielen juristischen Fachbegriffen aus der Spielzeit der Oper (10. Jahrhundert) zu versehen. Da sie sich heute nicht mehr von selbst verstehen, wird Frank Piontek anläßlich der  Neuinszenierung des Lohengrin 2018 Verständnishilfe leisten.

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