Lohengrins Juristisches Wörterbuch • Acht

In Acht und Bann ist Friedrich Telramund. Damit wird, aufgrund seiner offensichtlich unberechtigten Anklage Elsas, die »Friedlosigkeit« über ihn verhängt, womit er jeglichen Rechtsschutz verliert. Wörtlich bezeichnet mittelhochdeutsch »âhte« bzw. »aehte« für den Geächteten eine öffentlich gebotene Verfolgung. Es berührte sich in dem Sinn mit der »Acht«, als das gesteigerte Hüten auf ein Bewachen eines Gefangenen, schließlich das Verbannen eines Entflohenen hinauslief.

Richard Wagner hat in seinem Lohengrin etliche verzwickte juristische Fälle und Probleme untergebracht. Dabei erwies er sich als äußerst quellenkundig. Er konsultierte mehrere Rechtsgeschichten (u.a. von Jacob Grimm), um die Handlung seiner Oper möglichst realistisch auszustatten – und mit vielen juristischen Fachbegriffen aus der Spielzeit der Oper (10. Jahrhundert) zu versehen. Da sie sich heute nicht mehr von selbst verstehen, wird Frank Piontek anläßlich der  Neuinszenierung des Lohengrin 2018 Verständnishilfe leisten.

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