Tannhäuserfiguren • Landgraf Hermann

Hermann I., geboren um 1155, stammte aus der Familie der Ludowinger, war Pfalzgraf von Sachsen und Landgraf von Thüringen. Er verheiratete seinen Sohn Ludwig, der aus seiner Ehe mit der Wittelsbacherin Sophia (also einer Vorfahrin König Ludwigs II.) entsprang, mit der ungarischen Prinzessin Elisabeth. Unter ihm wurde die Wartburg zur Residenz der Ludowinger. Zwar hat der »Wartburgkrieg« nie stattgefunden, doch ist Hermann I. als hochbedeutender Förderer der Literatur in die Geschichte eingegangen. Er unterstützte Wolfram von Eschenbach, der gerade mit dem Parzival beschäftigt war (den Wagner in den 1850er Jahren bearbeiten sollte), Walther von der Vogelweide gehörte zeitweilig zu seinem Hofstaat. Der Landgraf starb 1217 in Gotha und wurde im Eisenacher Katharinenkloster begraben.

Die meisten Figuren, die Richard Wagner in seinem Tannhäuser untergebracht hat, sind Personen der Geschichte, andere entstammen der Mythologie. Doch auch die historisch verbürgten Gestalten entsprechen nur teilweise dem, was wir über sie wissen. Da genau zehn Protagonisten solistisch auftreten und zwei kleine singende Gruppen gewöhnlich aus dem Personal des Chors besetzt werden, bietet es sich im Jahr der Neuinszenierung des Tannhäuser an, diese zwölf Personen und Kleingruppen von Frank Piontek auf ihre historische Realität überprüfen zu lassen.

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