Tannhäuserfiguren • Reinmar von Zweter

Reinmar von Zweter war – chronologisch nach seinem Vorbild Walther von der Vogelweide – einer der bedeutendsten  Spruchdichter seiner Zeit, dessen Werk sehr gut überliefert ist. Geboren um 1200, vermutlich in Zeutern (heute ein Teil von Ubstadt-Weiher in Baden-Württemberg) als Mitglied der Familie der Herren von Zeutern, startete er seine literarische Karriere um 1227 am Babenberger Hof (unter Herzog Leopold VI. und Friedrich II. »dem Streitbaren«), dann hielt er sich möglicherweise am Prager Königshof von Wenzel I. auf. Daraufhin ging er vermutlich auf Wanderschaft. Er starb – wenigstens das ist gesichert – nach 1248. Die Meistersinger zählten ihn zu den zwölf alten Meistern, denn sein Werk zeichnet sich durch eine große thematische Spannbreite aus: im völligen Gegensatz zu seinem Einsatz in der Wagnerschen Oper, wo er über keine individuelle Stimme und Meinung verfügt.

Die meisten Figuren, die Richard Wagner in seinem Tannhäuser untergebracht hat, sind Personen der Geschichte, andere entstammen der Mythologie. Doch auch die historisch verbürgten Gestalten entsprechen nur teilweise dem, was wir über sie wissen. Da genau zehn Protagonisten solistisch auftreten und zwei kleine singende Gruppen gewöhnlich aus dem Personal des Chors besetzt werden, bietet es sich im Jahr der Neuinszenierung des Tannhäuser an, diese zwölf Personen und Kleingruppen von Frank Piontek auf ihre historische Realität überprüfen zu lassen.

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