Stipendium 2019 • Ida Hermes

Die Richard-Wagner-Stipendienstiftung hat im Sommer wieder über zweihundert Bühnenschaffende aus der ganzen Welt zu den Bayreuther Festspielen eingeladen. Darunter auch die Stipendiatin der Stiftung Freunde von Bayreuth: Ida Hermes, die Ihre Eindrücke heute – am Tag der Stiftungen – mit uns teilt.

Etwas schleicht aus dem Orchestergraben. Instrumentenstimmen sind es, Violoncelli, Violinen, Englischhorn, vielleicht eine Klarinette – man kann es kaum erahnen, denn die Farben sind eins geworden auf ihrem langen Weg aus dem schwarzen Schlund, dem steil abfallenden Graben, in dem die Musikerinnen und Musiker im Bayreuther Festspielhaus sitzen. Entlang einer muschelförmigen Wand ist der Klang hinaufgeströmt, aufgehalten von einem Schalldeckel, damit es ja nicht zu akut klingt, auf die Bühne, dann in den Zuschauerraum. Dort blüht er nun auf wie ein betörender Duft, dessen Bestandteile verschmolzen sind, untrennbar. Es ist wie Magie.

Dank der Stiftung der Freunde von Bayreuth durfte ich diese wunderbare Akustik vor wenigen Wochen zum ersten Mal erleben. (…) Ich studiere Musikjournalismus in Dortmund und spiele zwar Oboe, bin aber im engeren Sinne weder Musikerin noch Bühnenschaffende. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass auch ich als Stipendiatin hier mitdarf, die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth macht es möglich (…).

Es war toll in Bayreuth. Ich durfte gleich drei Vorstellungen sehen, Parsifal, Tristan und Isolde und Tannhäuser, an drei unterschiedlichen, sehr guten Sitzplätzen. Die Akustik und die Atmosphäre im Festspielhaus sind einfach besonders (wann kann man schon mal die Musik eines Komponisten in einem Raum erleben, den der Komponist eigens für diese Musik entworfen hat?), das Orchester spielt herausragend, und mit Sängerinnen und Sängern wie beispielsweise Lise Davidsen, Elena Zhidkova, Georg Zeppenfeld und Günther Groissböck sind die Partien einfach großartig besetzt. Niemals vergessen werde ich auch die Tannhäuser-Deutung von Tobias Kratzer und den Meisterkurs von Dame Gwyneth Jones, ein weiterer Programmpunkt, zu dem wir in die Villa Wahnfried eingeladen waren. (…)

Das alles sind Erfahrungen, die nicht nur für mich persönlich eine unglaubliche Bereicherung sind, sondern mich auch in meinem Berufsfeld weiterbringen. Grazie mille di tutto, ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch in Bayreuth!

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