Tannhäuserfiguren • Wolfram von Eschenbach

Wolfram, der wohl bedeutendste Dichter des deutschen Mittelalters, war ein Franke, der vielleicht (irgendwann zwischen 1160 und 1180) in Obereschenbach, dem heutigen Wolframs-Eschenbach bei Ansbach, geboren wurde. In den umliegenden Orten finden sich Beziehungen zu Erwähnungen in Wolframs Werk. Er war vielleicht der Vorfahr der Herren von Eschenbach. Der Berufsdichter war stolz auf seinen Ritterstand und schrieb neben weiteren wichtigen Epen den »Parzival« – eines seiner bedeutendsten Werke, das zur Grundlage von Wagners letztem Bühnenwerk wurde – im Auftrag der Grafen von Wertheim und wohl der Herren von Dürn. Landgraf Hermann I. von Thüringen war einer seiner Mäzene, in dessen Auftrag er den Versroman »Willehalm« verfasste. Er war gleichzeitig mit Walther von der Vogelweide am Eisenacher Hof und starb um oder bald nach 1220 in seiner Geburtsstadt, wo er im Liebfrauendom begraben worden sein soll.

Die meisten Figuren, die Richard Wagner in seinem Tannhäuser untergebracht hat, sind Personen der Geschichte, andere entstammen der Mythologie. Doch auch die historisch verbürgten Gestalten entsprechen nur teilweise dem, was wir über sie wissen. Da genau zehn Protagonisten solistisch auftreten und zwei kleine singende Gruppen gewöhnlich aus dem Personal des Chors besetzt werden, bietet es sich im Jahr der Neuinszenierung des Tannhäuser an, diese zwölf Personen und Kleingruppen von Frank Piontek auf ihre historische Realität überprüfen zu lassen.

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