Coronamuseum • Friedrich-Podcasts aus Haus Wahnfried

Zu den für Publikumsverkehr geschlossenen Kultureinrichtungen gehören auch die etwa 6.800 Museen in Deutschland. Das Richard Wagner Museum hat sich deshalb gesagt: Wenn schon keiner ins Museum kommt, kommt das Museum zu Ihnen nach Hause. Museumsdirektor Sven Friedrich führt in Podcast-Beiträgen durch ausgewählte Räume und gibt auf diese Weise eine exklusive Tour durch sein Haus.

Ringwörterbuch • Harst

Das Wort taucht gleich dreimal in der Walküre auf: von »Hetze und Harst« kehrten, so Siegmund, er und sein Vater einst heim, seine Waffen wurden ihm im Harst zerstört, und Sieglinde klagt Brünnhilde an, sie dem Harst entführt zu haben. »Harst« ist eine Nebenform zu »Harsch«, also der Schar, dem Heer oder dem Haufen, der denkbar harsch, also »rauh« vorgehen kann – im Harsch der Schneekruste, in der sich die einzelnen Kristalle zusammenballen, hat sich der Ausdruck noch erhalten. Im Schweizerischen bedeutet »Harsch« gelegentlich die Vorhut eines Heeres. Siegmund spricht also von einem militärischen »Haufen«, während Sieglinde die übertragene Bedeutung des Worts – im Sinne des Kampfes – benützt: so wie Mime, der weiß, dass Siegfried den Hort und den Ring im Harst errang: gegen den Einzelkämpfer Fafner, der zwar harsch, doch niemals Teil eines Harsts sein kann.

Richard Wagner hat im Textbuch zum Ring des Nibelungen aus künstlerisch nachvollziehbaren Gründen viele Wörter untergebracht, die heute kaum noch verstanden werden können, weil sie im normalen Sprachgebrauch seit langem ausgestorben sind. Jedes dieser fremdartig, ja kurios anmutenden Worte beruht auf historisch nachweisbaren Begriffen. Anlässlich der neuen Ring-Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen wird Dr. Frank Piontek die fremdartigsten erläutern.

Oper für zu Hause

TRISTAN Begehrt, Herrin, was Ihr wünscht. ISOLDE Wüßtest du nicht, was ich begehre, da doch die Furcht, mir’s zu erfüllen, fern meinem Blick dich hielt? Foto: vjp

Opern- und Konzerthäuser bieten vermehrt kostenfrei Produktionen über Live-Stream und Video-on-Demand an und geben Musikliebhabern damit die Möglichkeit, Opernproduktionen und Konzerte vom eigenen Sofa aus zu erleben.
Ein recht umfangreiches Programm hat die Staatsoper Berlin zusammengestellt, darunter einige Wagner-Opern:

6. April 2020 • Tannhäuser
Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Inszenierung: Sasha Waltz
Mit Peter Seiffert, Ann Petersen, Marina Prudenskaya, Peter Mattei, René Pape u. a.
Staatsopernchor und Staatskapelle Berlin

8. April 2020 • Tristan und Isolde
Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Inszenierung: Dmitri Tcherniakov
Mit Andreas Schager, Anja Kampe, Ekaterina Gubanova, Stephen Milling, Boaz Daniel u. a.
Staatsopernchor und Staatskapelle Berlin

10. und 13. April 2020 • Parsifal
Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Inszenierung: Dmitri Tcherniakov
Mit Andreas Schager, Anja Kampe, Wolfgang Koch, René Pape, Tómas Tómasson u. a.
Staatsopernchor und Staatskapelle Berlin

Weitere Programmhinweise digitaler Konzertsäle weltweit finden Sie auf dem Online-Portal concerti.de.

Mit welchen Opern, Aufnahmen, Aufzeichnungen oder Büchern von und über Richard Wagner halten Sie sich in diesen Tagen über Wasser? Schreiben Sie uns und geben damit anderen Freunden von Bayreuth Tipps für die kommende Zeit.

Zahl des Tages

Vorstellungen fanden unter der Ägide Wolfgang Wagners auf dem Grünen Hügel statt. Er leitete die Bayreuther Festspiele von 1951 bis 2008, bis 1966 gemeinsam mit seinem Bruder Wieland. Heute vor zehn Jahren starb Wolfgang Wagner in Bayreuth.