Festspiele 2021

Nach der festspielfreien Zeit können Wagner-Freunde sich dieses Jahr wieder auf einen musikalischen Sommer am Grünen Hügel freuen.

Das heute veröffentlichte Programm hält neben einer Neuproduktion von Der fliegende Holländer die Wiederaufnahmen von Tannhäuser und Meistersinger bereit, wie auch so manches Konzert und die Reihe DISKURS BAYREUTH. Hinter letzterem verbirgt sich dieses Jahr ein multimediales Projekt mit dem Titel Ring 20.21. Wir dürfen gespannt sein: Neben der Aufführung der Walküre im Festspielhaus werden dabei die weiteren Teile des Zyklus, Das Rheingold, Siegfried und Götterdämmerung, in verschiedenen Kunstformen behandelt, diese dann jeweils an unterschiedlichen Orten außerhalb des Festspielhauses.

Die Freunde von Bayreuth werden weiterhin regelmäßig über den Newsletter „Briefe an die Freunde“ über Aktuelles vom Grünen Hügel informiert. Im Blog geben wir Einblicke in das Schaffen von Akteuren hinter DISKURS BAYREUTH 2021.

Der fliegende Holländer • Zur Entwicklung der Sage 4

1795 veröffentlichte der irische Taschendieb und spätere australische Polizeichef George Barrington seinen Reisebericht »A voyage to New South Wales«, in dem er von einem holländischen Kriegsschiff berichtet, das vor einigen Jahren vor dem Kap der Guten Hoffnung verloren ging, wobei »jede Seele an Bord umkam«, während ein Begleitschiff heil das Kap erreichte. Später wurde genau dieses Schiff fast auf demselben Breitengrad vom Sturm angegriffen, Barrington war dabei: »In der Nachtwache sahen einige der Leute ein Schiff, das für sie unter dem Druck der Segel stand, als würde es sie überrennen, oder stellten sich vor, sie sähen es, als würde es sie überrennen; besonders einer bestätigte, dass es das Schiff war, das bei dem früheren Sturm untergegangen war, und dass es sicherlich sie oder ihre Erscheinung sein musste; aber beim Aufklaren verschwand das Objekt.« Für den aufgeklärten Barrington war dieses Phantom lediglich eine dunkle, dicke Wolke, für den betrunkenen Bootsmann ein Gespensterschiff: »Es muss sicherlich der Geist jenes Holländers sein, der auf diesem Breitengrad unterging und der, wie ich gehört habe, in diesem Viertel immer wieder in harten Windstürmen auftaucht.«

Wagner hat die Figur des Fliegenden Holländers nicht erfunden. Bekannt ist, dass er sich von Heinrich Heine und einer lebensgefährlichen Schifffahrt inspirieren ließ, doch schon lange zuvor segelte der unheimliche Kapitän über die literarischen Weltmeere. Frank Piontek wird im Vorfeld der neuen Holländer-Inszenierung der Bayreuther Festspiele einige dieser Quellen kurz beschreiben.

Von Freund zu Freund • Lohengrin auf Arte.tv

Ganz ohne Publikum, dafür als Fernsehübertragung, wurde am 13. Dezember Calixto Bieitos Neuinszenierung des Lohengrin an der Staatsoper Unter den Linden aufgeführt. Thomas Rauchenwald, Mitglied der Freunde von Bayreuth, schickt uns seine Gedanken zur der Inszenierung. Auf Arte.tv ist die Produktion noch bis zum 15. Januar 2021 online verfügbar. Besprochen wurde diese unter anderem auch in der WELT sowie bei derFreitag.

Sie können zusammen nicht kommen: Calixto Bieito inszeniert Lohengrin an der Berliner Lindenoper (Thomas Rauchenwald)

Im Rahmen der Initiative „Wir bleiben offen“ werden nun auch in ARTE TV in den nächsten Wochen Aufführungen aus verschiedenen Musentempeln zeitversetzt live in die Wohnzimmer des Publikums geliefert. Den Beginn macht am 13. Dezember 2020 Richard Wagners romantische Oper Lohengrin, dessen Premiere coronabedingt nicht vor Publikum stattfinden konnte und deshalb als Fernsehübertragung zu erleben war.

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