Der fliegende Holländer • Zur Entwicklung der Sage 7

Walter Scott (1771-1832), einer der populärsten Romanciers seiner Zeit und Vorlagenlieferant für viele romantische Opern, war der erste, der das Schiff als Piratenschiff bezeichnete und 1812 in den Anmerkungen zu seinem Gedichts »Rokeby« (das nichts mit dem Fliegenden Holländer zu tun hat) schrieb, dass das Schiff »ursprünglich ein mit großem Reichtum beladenes Schiff war, an dessen Bord ein schrecklicher Akt des Mordes und der Piraterie begangen worden war« und dass die Erscheinung des Schiffes »von den Seeleuten als das schlimmste aller möglichen Vorzeichen betrachtet wird«. Das Motiv des Holländers als Piratenschiff dürfte Scott direkt von seinem Freund und Kollegen John Leyden übernommen haben – so erklärt sich auch der seltsame Reichtum des »bleichen Mannes« in Wagners Oper.

Wagner hat die Figur des Fliegenden Holländers nicht erfunden. Bekannt ist, dass er sich von Heinrich Heine und einer lebensgefährlichen Schifffahrt inspirieren ließ, doch schon lange zuvor segelte der unheimliche Kapitän über die literarischen Weltmeere. Frank Piontek wird im Vorfeld der neuen Holländer-Inszenierung der Bayreuther Festspiele einige dieser Quellen kurz beschreiben.

Zahl des Tages

19

Tiere soll Richard Wagner im Laufe seines Lebens beherbergt haben. Darunter insgesamt 14 Hunde – der wohl bekannteste unter ihnen, der Neufundländer Russ, liegt im Garten hinter Haus Wahnfried begraben -, die beiden Pfauen Wotan und Fricka, die Papageien Papo und Pacquot sowie das Pferd Liesi. Nicht dazugezählt wurden an dieser Stelle die namenlosen und unzähligen Hühner, die er in Wahnfried hielt sowie die Kaninchen, welche in Dresden in seinem Kleiderschrank gehaust haben sollen.

Quelle: FAZ, Bayreuther, 25.7.2017, Nr. 170, S. 10