Der fliegende Holländer • Zur Entwicklung der Sage 9

Nachdem der Fliegende Holländer 1822 seinen Auftritt in Washington Irvings Roman »The Storm Ship in Bracebride Hall«, 1823 in Fenimore Coopers Roman »The Pilot« und 1825 in Thomas Capbells »Ballade« hatte, erhielt sie ihre erste Musiktheaterfassung im Jahre 1826. Edward Fitzball (1792 – 1873) schrieb das romantische Schauerstück und »Melodram« »The Flying Dutchman or the Phantom Ship« in Form eines dreiaktigen »Nautical Drama«, die Musik schrieb George Rodwell. Von Cooper übernahm Fitzball das Motiv der »Ur-Senta« und des »Ur-Erik«, also des Mädchens, das gegen seinen Willen von seinem alten Onkel verheiratet werden soll, und seines Liebhabers.

Wagner hat die Figur des Fliegenden Holländers nicht erfunden. Bekannt ist, dass er sich von Heinrich Heine und einer lebensgefährlichen Schifffahrt inspirieren ließ, doch schon lange zuvor segelte der unheimliche Kapitän über die literarischen Weltmeere. Frank Piontek wird im Vorfeld der neuen Holländer-Inszenierung der Bayreuther Festspiele einige dieser Quellen kurz beschreiben.

Almanach 2021 • Wagner zu vier Händen

flagge-grossbritannien-flagge-rechteckig-40x60 Die Wagner-Transkriptionen von Franz Liszt sind wohl allen Freunden der Musik Richard Wagners bekannt. Doch es gibt titel-almanach-2021weitaus mehr. 

Komponisten wie Claude Debussy, Engelbert Humperdinck, Max Reger Paul Dukas oder Hermann Behn etwa haben sich ihrer Zeit Wagners Werken ebenfalls angenommen und Transkriptionen für Klavier erstellt, meist zu vier Händen und für zwei Klaviere.

Wie die Komponisten die Arrangements angingen, welche Schwerpunkte sie setzten und welche Hürden es zu überwinden galt, beschreibt Christoph Vratz in seinem Artikel Klangpracht mit zwanzig Fingern – Wagner-Bearbeitungen für Klavier-Duo im neu erschienenen Almanach 2021, den die Freunde von Bayreuth seit über zehn Jahren jeweils zu den Bayreuther Festspielen herausgeben.

Wie sich das anhören kann, hören Sie hier:  

III. Aufzug, Vorspiel, die Walküren aus »Wagner – The Ring Pianos Project I. Der Ring des Nibelungen, Richard Wagner, Transkription Herrmann Behn, 1914, für 2 Klaviere« (Cord Garben, Thomas Hoppe), Dynaudio Records

Sie wollen mehr über die Entstehung der Transkriptionen erfahren? Mitglieder erhalten den Almanach kostenfrei zugeschickt. Alle anderen Interessierten können diesen bei den Freunden von Bayreuth für 20 Euro bestellt werden. Das Inhaltsverzeichnis können Sie hier einsehen: Inhaltsverzeichnis Almanach 2021

Kennen Sie weitere Wagner-Transkriptionen? Hier können Sie Ihre Favoriten mit uns teilen.

Wagners Shakespeare

Was haben die Königsdramen mit Wagner zu tun? »Oho, eine ganze Menge«, wie Samuel Beckett geschrieben hätte – denn abgesehen davon, dass Wagner und Cosima Wagner sämtliche Dramen Shakespeares lasen, die seinerzeit als echt galten, hat Wagner in einem bedeutenden Frühwerk sich auch des Stils und der Szenen bedient, die er in einem der genialsten Königsdramen fand: im Doppeldrama »Henry IV«. Hier spielt Sir John Falstaff eine extrem wichtige Rolle: eine Figur, die Wagner noch in seinen letzten Tagen positiv zitierte.

»Dieser Falstaff«, sagt er einmal zu seiner Frau, »hat viel Tugend und das verwünschte Augenzwinkern«, und er fügt an, dass es ihn sehr ärgere, »wenn er Shakespeare vorlese und nicht jede Kleinigkeit mit Akklamation aufgenommen würde« – was sich weniger auf seine Eitelkeit als Vorleser als auf seine vorbehaltlose Bewunderung des großen Dichters bezieht.

Wer’s genau wissen will: Zur Lektüre des hinreißenden Dramas empfehle ich die exzellent übersetzte und vor allem kommentierte, zweisprachige Edition von Holger Klein, die bei Reclam erschien. Und wenn Sie jetzt sagen: Keine Zeit, dann sage ich: Nehmen Sie sich die Zeit – es lohnt sich.

Wagners Jugendstück aber heißt »Leubald«: ein fünfaktiges, sehr langes und komplettes Theaterstück mit Zitaten aus einem Dutzend »Shakespeare«-Stücken. Genaueres in Yvonne Nilges: »Richard Wagners Shakespeare«.

Die Königsdramen wurden, im Gegensatz zu »Hamlet«, »Romeo and Juliet«, dem »Midsummer Nights Dream« und dem »Tempest«, sehr sehr selten veropert. Wenn Sie Genaueres über dieses sehr exotische, aber durchaus spannende Thema finden wollen, schauen Sie mal auf »Pionteks Opernseite«. Dort werden Sie in drei Artikeln Informationen über alle Opern nach den Königsdramen und einige andere Artikel über die Vorgeschichte der Oper finden.

Dieser Text wurde mit freundlicher Genehmigung von Dr. Frank Piontek veröffentlicht.

Mein Festspielhaus zum Mitnehmen

Mit den Taschen für die Freunde ist der Grüne Hügel von nun an täglicher Begleiter für viele Mitglieder der Freunde von Bayreuth. 

Um das „Draußen-Büro“ des vergangenen Sommers zu verschönern, hatten die Freunde für die Zäune vor der Geschäftsstelle Planen anfertigen lassen, aus denen nun, in limitierter Auflage, Taschen und Tablet-Hüllen entstanden sind. Rund 100 Taschen und Tablet-Hüllen sind bisher an Mitglieder von Nah und Fern verschickt worden.

Das tragbare Stück Festspielhaus können Mitglieder der Freunde von Bayreuth weiterhin bei der Geschäftsstelle bestellen (Tasche à 65, Tablet-Hülle à 35 Euro). Der Erlös kommt den Bayreuther Festspielen zugute.

Fotos: © Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e.V.