Der fliegende Holländer • Zur Entwicklung der Sage 9

Nachdem der Fliegende Holländer 1822 seinen Auftritt in Washington Irvings Roman »The Storm Ship in Bracebride Hall«, 1823 in Fenimore Coopers Roman »The Pilot« und 1825 in Thomas Capbells »Ballade« hatte, erhielt sie ihre erste Musiktheaterfassung im Jahre 1826. Edward Fitzball (1792 – 1873) schrieb das romantische Schauerstück und »Melodram« »The Flying Dutchman or the Phantom Ship« in Form eines dreiaktigen »Nautical Drama«, die Musik schrieb George Rodwell. Von Cooper übernahm Fitzball das Motiv der »Ur-Senta« und des »Ur-Erik«, also des Mädchens, das gegen seinen Willen von seinem alten Onkel verheiratet werden soll, und seines Liebhabers.

Wagner hat die Figur des Fliegenden Holländers nicht erfunden. Bekannt ist, dass er sich von Heinrich Heine und einer lebensgefährlichen Schifffahrt inspirieren ließ, doch schon lange zuvor segelte der unheimliche Kapitän über die literarischen Weltmeere. Frank Piontek wird im Vorfeld der neuen Holländer-Inszenierung der Bayreuther Festspiele einige dieser Quellen kurz beschreiben.