Der fliegende Holländer • Zur Entwicklung der Sage 10

1825 veröffentlichte Wilhelm Hauff im »Märchen-Almanach auf das Jahr 1826« seine »Geschichte von dem Gespensterschiff«. Inspiration war ihm entweder die Sagenfassung in »Vanderdecken’s Message Home«, die 1821 im Stuttgarter» Morgenblatt für gebildete Stände« gedruckt wurde, oder Walter Scotts »Rokeby«. Hauffs Gespensterschiff wird von Leichen bevölkert, die sich nicht von der Stelle bewegen lassen. Der Kopf des (un)toten Kapitän ist mit einem Nagel an einem Schiffsmast befestigt, nachts erwachen er und der Steuermann, um in der Kajüte zu singen und zu trinken. Als die Toten an Land gebracht werden, zerfallen sie zu Staub. Bevor auch der Kapitän das Zeitliche segnet, berichtet er, dass er und die anderen Seeräuber einst einen frommen Derwisch ermordeten; zur Strafe hätten sie so lange als Untote leben müsse, bis sie das Meer in den Abgrund zog. So aber fanden sie an Land ihre Erlösung.

Wagner hat die Figur des Fliegenden Holländers nicht erfunden. Bekannt ist, dass er sich von Heinrich Heine und einer lebensgefährlichen Schifffahrt inspirieren ließ, doch schon lange zuvor segelte der unheimliche Kapitän über die literarischen Weltmeere. Frank Piontek wird im Vorfeld der neuen Holländer-Inszenierung der Bayreuther Festspiele einige dieser Quellen kurz beschreiben.

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