Ringwörterbuch • Kiesen

Von einer kies’te mich keine! Kampf kiesten wir nicht. Zum Kampfe kies‘ ich den Tag. Gegen mich doch kiestest du Lose: Die sind nicht die einzigen Sätze im »Ring«, in denen gekiest wird. Die älteste Wortform begegnet im Gotischen: kiusan, der Wortkern ist »kius« – von hier zum neuenglischen »choose« und französischen »choisir« ist es nicht weit. Denn »kiesen« heißt nichts anderes als »wählen« – ausgehend von gotisch »kus«: denn wer auswählt, prüft und kostet mit dem »gusto«, dem Geschmack, buchstäblich das, wozu er sich, wie Hunding den Kampf mit Siegmund und Brünnhilde in der Auseinandersetzung mit Wotan, schließlich entscheidet, also kürt. Letzteres Wort – »zur Wal kor ich ihn mir«, sagt Wotan – wurde relativ spät aus »kiesen« gewonnen.

Richard Wagner hat im Textbuch zum Ring des Nibelungen aus künstlerisch nachvollziehbaren Gründen viele Wörter untergebracht, die heute kaum noch verstanden werden können, weil sie im normalen Sprachgebrauch seit langem ausgestorben sind. Jedes dieser fremdartig, ja kurios anmutenden Worte beruht auf historisch nachweisbaren Begriffen. Anlässlich der neuen Ring-Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen 2022 erläutert Dr. Frank Piontek die fremdartigsten.

Zahl des Tages

140

Choristinnen und Choristen waren im Sommer 2021 bei den Bayreuther Festspielen beteiligt. Ein Teil der Sängerinnen und Sänger wirkte dabei als darstellender Chor auf der Bühne, während der Gesang des anderen Teils aus dem Chorsaal in das Festspielhaus übertragen wurde.

Von Freund zu Freund • Bonner Beethoven-Wagner-Tage 2021

Gerne möchten wir auf die »Bonner Beethoven-Wagner-Tage« vom 15. bis 19 September aufmerksam machen,  zu denen Andreas Loesch, Freund von Bayreuth und Präsident des Richard-Wagner-Verbands Bonn, herzlich einlädt.

beethovenwagnertage2021_programms1-453x640-1-2

Im Zentrum steht am 17. und 18. September ein Symposium mit musikalischer Begleitung unter dem Titel »Beethoven, Wagner und die politischen Bewegungen ihrer Zeit«. Die Liste der Referenten spricht für sich: Prof. Dr. Dr. Dieter Borchmeyer, Prof. Dr. Christine Siegert, Prof. Dr. Helmut Loos, PD Dr. Ulrike Kienzle und Dr. Frank Piontek.

Alle weiterführenden Informationen sowie das komplette Programm können Sie hier finden.

Zu allen Veranstaltungen (mit Ausnahme des Konzertes im Stadtmuseum Siegburg) ist der Eintritt frei, eine vorherige Anmeldung ist allerdings erforderlich. Das Symposium am 17. und 18. September sowie die Matinee am 19. September können in Präsenz wie auch Online besucht werden. Die übrigen Angebote sind reine Präsenzveranstaltungen (Anmeldeschluss ist der 5. September).

Unter dem Titel Von Freund zu Freund wollen Mitglieder der Freunde von Bayreuth Veranstaltungshinweise geben oder neu erschienene Tonaufnahmen, DVDs oder Bücher rund um Richard Wagner und seine Werke vorstellen. Die Beiträge stellen dabei die persönliche Ansicht des Autors dar.
Möchten Sie Ihre Wagner-Erlebnisse mit anderen Freunden teilen? Schreiben Sie uns!