Ringwörterbuch • Nicker

Sowohl Alberich als auch Wotan bezeichnen die Rheintöchter als »Nicker«. Wagner gelang mit dieser Wortfindung ein Coup, denn sie stammt nicht vom körperlichen Nicken ab, sondern vereinigt die schon im Althochdeutschen bezeugte »nicchessa« (maskulin: »nicchus«), also »Nixe«, mit dem niederdeutschen »Necker«. Der Zwerg und der Gott nehmen die Rheintöchter schon sprachlich als das, was sie in der ersten Szene des »Rheingold« sind: als Wasserwesen, die die männlichen Wesen schadenfroh reizen. Ursprünglich bedeutet »nackeit« noch die stärkere »Bosheit« – in Bezug auf den Nixennachsteller Alberich sind sie zweifellos böse, wovon der Zwerg zu Beginn der Szene unbewusst etwas zu ahnen scheint.