Ringwörterbuch • Sparen

Wotan will das Liebesspiel um Wandel und Wechsel nicht sparen, bevor er Donner befiehlt, seines Hammers Heft zu sparen. Durch Loge erfahren wir, dass wir es uns sparen können, den Ring aus dem Gold zu gewinnen. Froh fordert von Wotan, das Gold nicht zu sparen und den Ring den Riesen zu geben. Schließlich meint Hagen: »Doch meinem Speere spart‘ ihn sein Meineid?« Brünnhilde teilt ihm mit, dass sie, weil Siegfried niemals dem Feind wich, ihren Segen an Siegfrieds Rücken gespart habe. »Meinem Speere war er gespart, bei dem er Meineid sprach«, sagt Hagen schlussendlich.

Ursprünglich bedeutete »sparen« (altnordisch spara, althochdeutsch sparen) etwas unverletzt im guten, ordentlichen Zustand erhalten, also bewahren und schätzen. Von hier ging es über die »schonende Rücksicht« seit dem 16. Jahrhundert zur Unterlassung und Hinderung einer unnützen wie verwerflichen Handlung, schließlich zum heutigen Begriff – so wie man Geld spart, hält man buchstäblich etwas zurück: wie Donner den Hammer, wie Wotan (zunächst) den Ring, wie Brünnhilde ihren Segen. Im neuenglischen »to spare« ist der ältere Begriff noch enthalten: Wotan soll, in diesem Sinne, den Ring nicht schonen (indem er ihn in sein Sparkästchen tut), sondern weggeben – so wie Donner nicht verschwenderisch seinen Hammer abnützen soll und Hagens Speer für den Stich in Siegfrieds Rücken bewahrt wurde, wobei er »sunder sparn«, wie man im Mittelalter gesagt hätte, also (fast) ohne Verzug, kurzen Prozess mit Siegfried macht.

150 Jahre Grundsteinlegung Festspielhaus

Nachdem Richard Wagner Bayreuth bereits 1871 als Stadt auserwählt hatte, in welcher er künftig seine Festspiele abhalten wollte, schenkte er sich zu seinem Geburtstag 1872 selbst sein vermutlich größtes Geburtstagsgeschenk.

Um, wie von Richard Wagner vorgesehen, das Orchester unsichtbar zu machen, auf Ablenkungen, Verzierungen und goldenen Prunk zu verzichten und sich ganz der Musik und dem Geschehen auf der Bühne hingeben zu können, musste erst noch ein eigenes Festspielhaus gebaut werden.

Am 22. Mai 1872, an Wagners 59. Geburtstag, fand die Grundsteinlegung des Festspielhauses in Bayreuth statt, welche groß gefeiert wurde. Aus diesem festlichen Anlass dirigierte Richard Wagner im Markgräflichen Opernhaus damals Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie.

© Musica Bayreuth_Andreas Harbach

Die Stadt Bayreuth und Musica Bayreuth knüpften nun am 22. Mai 2022 erneut an diese Tradition an. Die Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt spielten Beethovens 9. unter der musikalischen Leitung Oliver Weders, unterstützt vom Kammerchor der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und die Solisten Zinzi Frohwein, Nadine Weissmann, Michael Gniffke und Uwe Schenker-Primus.

Einen Eindruck des Konzerts hat Andreas Harbach auf dem beigefügten Foto festgehalten.