Ringwörterbuch • Sparen

Wotan will das Liebesspiel um Wandel und Wechsel nicht sparen, bevor er Donner befiehlt, seines Hammers Heft zu sparen. Durch Loge erfahren wir, dass wir es uns sparen können, den Ring aus dem Gold zu gewinnen. Froh fordert von Wotan, das Gold nicht zu sparen und den Ring den Riesen zu geben. Schließlich meint Hagen: »Doch meinem Speere spart‘ ihn sein Meineid?« Brünnhilde teilt ihm mit, dass sie, weil Siegfried niemals dem Feind wich, ihren Segen an Siegfrieds Rücken gespart habe. »Meinem Speere war er gespart, bei dem er Meineid sprach«, sagt Hagen schlussendlich.

Ursprünglich bedeutete »sparen« (altnordisch spara, althochdeutsch sparen) etwas unverletzt im guten, ordentlichen Zustand erhalten, also bewahren und schätzen. Von hier ging es über die »schonende Rücksicht« seit dem 16. Jahrhundert zur Unterlassung und Hinderung einer unnützen wie verwerflichen Handlung, schließlich zum heutigen Begriff – so wie man Geld spart, hält man buchstäblich etwas zurück: wie Donner den Hammer, wie Wotan (zunächst) den Ring, wie Brünnhilde ihren Segen. Im neuenglischen »to spare« ist der ältere Begriff noch enthalten: Wotan soll, in diesem Sinne, den Ring nicht schonen (indem er ihn in sein Sparkästchen tut), sondern weggeben – so wie Donner nicht verschwenderisch seinen Hammer abnützen soll und Hagens Speer für den Stich in Siegfrieds Rücken bewahrt wurde, wobei er »sunder sparn«, wie man im Mittelalter gesagt hätte, also (fast) ohne Verzug, kurzen Prozess mit Siegfried macht.