Ringwörterbuch • Glau

»Schein‘ ich nicht schön dir, niedlich und neckisch, glatt und glau« – Alberichs Selbstbild geht auf die angenehmen Eigenschaften, die dem im Gotischen als »glaggwus« erschlossenen Wort anhaften. »Glou«, so heißt es im Althochdeutschen. Ursprünglich bedeutet es »von scharfsinnigem Verstand, gewitzt, klug, gescheit«, von hier über die hellsehenden, hellen und glänzenden Augen war der Weg zu »sauber« und »nett« nicht mehr weit. Was sauber ist, ist zugleich glänzend, hell und glatt – Alberichs »glatt und glau« ist, wie »frank und frei«, eine literarisch oft auftretende typische Zwillingsformel. Das altertümliche Wort wird nach wie vor verwendet: im Neuenglischen »glow« (Leuchten, Glühen – wie im althochdeutschen »gluoen«) hat sich das althochdeutsche »glou« noch erhalten.