Richard Wagner Stipendienstiftung • Sommer 2022

In diesem Jahr begrüßen wir wieder knapp 250 junge Bühnenschaffende aus aller Welt zum Programm der Richard Wagner Stipendienstiftung, die von über 70 Wagnerverbänden weltweit und unserer Gesellschaft ausgewählt wurden. So werden am 17. August Stipendiaten aus über 30 Nationen in Bayreuth erwartet, die u.a. drei Vorstellungen im Festspielhaus besuchen und mit dem Internationalen Stipendiatenkonzert am 21. August Ihren Aufenthalt in der Festspielstadt beschließen.

Wir freuen uns, als Stipendiatin der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth Frau Vanessa Zuber in Bayreuth willkommen zu heißen:

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„Als ich für das Stipendium der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e. V. vorgeschlagen wurde, fühlte ich mich sehr geehrt und war unglaublich begeistert, aber ich war auch überrascht. Ich war mir sicher, dass das Stipendium dramatischen Stimmfächern, Korrepetitor*innen und Orchestemusiker*innen vorbehalten war. Mein Dozent Rainer O. Brinkmann, der mich für das Stipendium vorgeschlagen hat, machte mich aber darauf aufmerksam, dass zum Musiktheater ja auch außerhalb des Grünen Hügels nicht nur große Stimmen und fantastische Musiker*innen gehören, sondern auch der ganze Apparat „drumherum“, kurzum: Regie, Dramaturgie, Vermittlung usw. Schließlich tragen diese Abteilungen zum Gelingen einer Produktion maßgeblich bei.

Ich bin Musiktheatervermittlerin am Theater Vorpommern und übernehme bei Produktionen für junges Publikum auch die Regie oder Dramaturgie. Ich bin sehr froh, dass ich also über diese Tätigkeit ein Stipendium erhalten habe und mir so meinen Weg nach Bayreuth bahnen durfte. Nach allem, was ich gehört habe, bin ich mir sicher, dass Bayreuth eine einzigartige Erfahrung für mich werden wird, genauso, wie meine erste Begegnung mit Wagner etwas Besonderes war. Ohne Übertreibung, höchstens mit einer Prise Romantik gewürzt, bezeichne ich den Besuch meiner ersten Wagner-Oper – tatsächlich war es „Das Rheingold“ in Weimar im Jahr 2011 – als offenbarendes Schlüsselerlebnis. Die hörbaren harmonischen Entwicklungen, die nicht nur die Handlung miterzählen, sondern auch die emotionalen Verwicklungen widerspiegeln oder gar auf das Unausgesprochene anspielen, haben mich dazu motiviert, mich vertieft mit Musiktheorie zu beschäftigen. Später dann habe ich mich auch musikwissenschaftlich mit Wagners Konzept des „Gesamtkunstwerks“ innerhalb meiner Masterarbeit über immersives Musiktheater auseinandergesetzt. Mein Weg zu Wagner verlief also direkt über die starke Wirkung, die seine Musik auf mich hatte.“ (Vanessa Zuber)