Zahl des Tages

Ambosse in drei verschieden Größen und damit in drei verschiedenen Tonhöhen sollten nach den Vorstellungen Richard Wagners im Rheingold zum Einsatz kommen. Ob diese Vorgabe tatsächlich realisiert werden konnte, ist leider nicht bekannt. Weitere Details zur Platzierung der Ambosse auf und hinter der Bühne finden Sie im Almanach 2013.

Tannhäuserfiguren • Vier Edelknaben

Als Angehörige des Adels (»edel« hängt mit dem althochdeutschen »edili« = »von besonderer Stellung« zusammen), die im Mittelalter bei Hofe Dienste leisteten, wurde den Edelknaben eine auch äußerlich schöne, im Opernfalle weibliche Statur bescheinigt.
Die vier Edelknaben gehörten zu Wagners Zeiten unabdingbar zu einer »Grand opéra«: rollenmäßig als jüngste Repräsentanten der höfischen Gesellschaft einer historischen Zeit (mit Bevorzugung der Epochen des hohen Mittelalters und der Frühen Neuzeit), darstellerisch als verkleidete junge Frauen für ein männliches Publikum, das Hosenrollen zu schätzen wusste. Die vier Edelknaben sind befreundet mit den Pagen aus Meyerbeers »Hugenotten« (1836) und dem »Prophet« (1849). Ihre direkten Nachfahren sind die Lehrbuben der »Meistersinger von Nürnberg« (dem »Satyrspiel« zum »Tannhäuser«, wie Wagner schrieb), die wie ihre Kollegen als unverzichtbare Assistenten im Sängerkrieg Dienste leisten und, wie ihre Vorläufer, von jungen Frauen gesungen werden müssen.

Die meisten Figuren, die Richard Wagner in seinem Tannhäuser untergebracht hat, sind Personen der Geschichte, andere entstammen der Mythologie. Doch auch die historisch verbürgten Gestalten entsprechen nur teilweise dem, was wir über sie wissen. Da genau zehn Protagonisten solistisch auftreten und zwei kleine singende Gruppen gewöhnlich aus dem Personal des Chors besetzt werden, bietet es sich im Jahr der Neuinszenierung des Tannhäuser an, diese zwölf Personen und Kleingruppen von Frank Piontek auf ihre historische Realität überprüfen zu lassen.

Tannhäuserfiguren • Sirenen

»Wie aus weiter Ferne hört man den Gesang der Sirenen«, heißt es im Tannhäuser-Entwurf. Die Sirenen, ursprünglich drei Töchter des Flussgottes Acheloos, waren für ihren betörenden Gesang berüchtigt, der die Seefahrer in den Tod lockte. Sie wurden zunächst noch als Mischwesen aus Mensch und Vogel dargestellt – ein antiker Autor meinte, dass sie einst Mädchen waren und von Aphrodite in Vögel verwandelt wurden, als sie sich weigerten zu heiraten. Erst ab dem frühen Mittelalter wandelte sich ihr Aussehen: nun erschienen sie als Wasserfrauen mit menschlichem Ober- und fischartigem Unterkörper. Schon im Mittelalter wurden sie gelegentlich mit Nixen gleichgesetzt. Im »Tannhäuser« verlocken die Sirenen die mythischen Gestalten und Menschen, sich dem Strand und Land nähern, wo den Angelockten sexuelle Erfüllung – also eine unendliche Folge wenigstens »kleiner Tode« – sicher sei.

Die meisten Figuren, die Richard Wagner in seinem Tannhäuser untergebracht hat, sind Personen der Geschichte, andere entstammen der Mythologie. Doch auch die historisch verbürgten Gestalten entsprechen nur teilweise dem, was wir über sie wissen. Da genau zehn Protagonisten solistisch auftreten und zwei kleine singende Gruppen gewöhnlich aus dem Personal des Chors besetzt werden, bietet es sich im Jahr der Neuinszenierung des Tannhäuser an, diese zwölf Personen und Kleingruppen von Frank Piontek auf ihre historische Realität überprüfen zu lassen.