Diskurs Bayreuth

Die Bayreuther Festspiele rufen in diesem Jahr ein neues Begleitprogramm ins Leben. Es trägt den Titel »Diskurs Bayreuth« und ist konzipiert als eine Veranstaltungsreihe zur wissenschaftlichen und künstlerischen Auseinandersetzung mit Wagners Werk und Wirkung. Den Auftakt macht ein zweitägiges Symposium. »Wagners Werk und der Nationalsozialismus« bildet den thematischen Fokus: In Vorträgen und Diskussionen werden u.a. Aspekte der Persönlichkeit Wagners und der Wirkung seiner Werke und Schriften unter der Herrschaft des Nazi-Regimes und daraus erwachsender Folgen erörtert. In vier Konzerten wird Musik von Gegnern und von Opfern der NS-Herrschaft erklingen.
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Festakt zum 100. Geburtstag von Wieland Wagner

Am Vorabend der Bayreuther Festspiele findet zum Gedenken an Wieland Wagner ein Festakt im Festspielhaus statt. Auf dem Programm stehen Werke von Richard Wagner, Giuseppe Verdi und Alban Berg. Das Bayreuther Festspielorchester spielt unter Leitung von Maestro Hartmut Haenchen. Die Festrede hält Sir Peter Jonas. Der Festakt am 24. Juli beginnt um 19 Uhr.
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Meistersingerwörterbuch • Meistersangstrophe

Für die historischen Meistersinger war der Bar (eigentlich ein Neutrum, kein Maskulinum) das Ganze des Liedes. Bar leitet sich vielleicht von Parat ab, einem Begriff aus der Fechtersprache: ein kunstvoller Hieb (Parade). Die beiden ersten, in Versgestalt und Melodie identischen Teile des Bars heißen Stollen – ursprünglich bedeutet das Wort (vgl. stellen) »Stütz- und Tragpfosten verschiedener Hausgeräte«. Damit enthält das Gesätz – also der von Wagner nicht eigens genannte Aufgesang bzw. die beiden Stollen – seinen formalen Unterbau. Der Schluss des Liedes ist der Abgesang mit einer neuen, also einer »besondren Melodei«, wie es in der Tabulatur heißt.

Da Die Meistersinger in diesem Jahr als Neuinszenierung auf dem Bayreuther Spielplan stehen, stellt wieder jeden Monat der Musikwissenschaftler Dr. Frank Piontek einen Begriff aus Wagners Wortschatz vor.

Junge Freunde unterwegs

Auch in diesem Jahr sind die »Jungen Freunde von Bayreuth« unterwegs, um verschiedene Inszenierungen von Werken Richard Wagners zu besuchen. Nach »Tannhäuser« an der Staatsoper Berlin (Musikalische Leitung: Simone Young, Inszenierung: Sasha Waltz) und der »Götterdämmerung« am Hessischen Staatstheater Wiesbaden (Musikalische Leitung: Alexander Joel, Inszenierung: Uwe Eric Laufenberg) öffnet sich der Vorhang am 19. Mai 2017 für die Generalprobe des »Tannhäuser« an der Bayerischen Staatsoper München. Unter der Leitung von Kirill Petrenko werden unter anderem Klaus Florian Vogt, Anja Harteros, Elena Pankratova und Georg Zeppenfeld zu hören sein. Die Inszenierung des Sängerkrieges wird von Romeo Castellucci verantwortet.
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In memoriam Joachim Kaiser

Mit Bayreuth war er seit dem Wiederanfang nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden, wenngleich er damals noch wenig Ahnung von Wagner und dessen Musik hatte, wie er unumwunden zugab. Die herzerfrischende Offenheit, mit der er über seine eigenen Unzulänglichkeiten sprach, machte Joachim Kaiser auch bei jungen Leuten beliebt. Als jemand, der etwas zu sagen hatte, der Musik und wie man sie genießen kann, fasslich zu erklären verstand.

Joachim Kaiser 2007

So zum Beispiel im Videoblog der Süddeutschen, wo er auf die Fragen der Leser einging, beispielsweise diese: Darf man unvorbereitet in die Oper gehen? oder Macht zu viel Wagner hören rechtsradikal?

Christine Lemke-Matwey würdigt Joachim Kaiser in einem Nachruf für ZEIT online.