Meistersingerwörterbuch • Dichter & Meistersinger

Erst der Dichter erfindet zu neuen Tönen neue Weisen. Das althochdeutsche Verb tihton (von lat. dictare: etwas diktieren) taucht schon im 9. Jahrhundert auf und bedeutet »abfassen, schreiben«. Es ist bemerkenswert, dass für die Meistersinger zum kunstgerechten Dichten auch musikalische Qualifikationen erforderlich waren.
In der Oper bedeutet Meistersinger zweierlei: Zum einen werden die Mitglieder der Meistersinger-Zunft so bezeichnet, zum anderen jene Meister, die neue Töne zu neuen Weisen erfinden. Meistersinger bezeichnet in diesem präzisen Wortsinn also nichts anderes als Dichter.

Da Die Meistersinger in diesem Jahr als Neuinszenierung auf dem Bayreuther Spielplan stehen, stellt wieder jeden Monat der Musikwissenschaftler Dr. Frank Piontek einen Begriff aus Wagners Wortschatz vor.

Freunde treffen Freunde • Uwe Eric Laufenberg

Uwe Eric Laufenberg in der Steingraeber Klaviermanufaktur (Foto: Fuchs)

»Du kannst alles machen, nur nicht das, was in der Regieanweisung steht«, lautete der Tipp eines befreundeten Regisseurs an Uwe Eric Laufenberg, den Regisseur des aktuellen Parsifal bei den Bayreuther Festspielen. Für den Parsifal gilt die Regel freilich nur bedingt. Allegorische Musik, religiöse Mystik, Weihrauch, das unsagbare Leiden von Jesus Christus als Grundmythos: das alles macht das Bühnenweihfestspiel so außergewöhnlich. Bei der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth sprach Laufenberg über seine Parsifal-Inszenierung, die von Anfang an mit einigen Missverständnissen zu kämpfen hatte.
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Zahl des Tages

Grad Celsius war die höchste ermittelte Temperatur bei Messungen durch die Uni Bayreuth in der Spielzeit 2015. Erreicht wurde sie auf dem Beleuchterplatz am hinteren Dachboden. Zum Vergleich: Die Werte am Dirigentenplatz lagen zwischen 23 und 30 Grad, im Parkett Reihe 27 zwischen 21 und 31 Grad.