Parsifalwörterbuch • Schwan

Wieso heißt der Schwan eigentlich Schwan? Schwan leitet sich ab vom indogermanischen Verb svéno, d.h: tönen, klingen, das auch im sanskritischen svánas und svaná (Geräusch, Ton) und im lateinischen sonare bzw. sonus (Ton) zu finden ist. Von hier aus wurde es zum mittelhochdeutschen swan.

Dass ein Schwan singt und einen Schwanengesang anstimmt: dies ist also schon in seinem Namen enthalten. Der Schwan ist – auch als Sänger – ein Symbol der Treue und des Todes; dass er von Parsifal vom Himmel geholt und getötet wird, bezeichnet die letzte Stufe seiner Existenz, in der sein Gesang endgültig verstummt ist.

Da Parsifal in diesem Jahr als Neuinszenierung auf dem Bayreuther Spielplan steht, haben wir uns vorgenommen, jeden Monat einen besonderen Begriff aus Wagners Wortschatz vorzustellen. Unser Autor ist der Musikwissenschaftler Dr. Frank Piontek.

Generalsanierung • Weg frei für zweiten Bauabschnitt

In ihrer heutigen Sitzung hat die Gesellschafterversammlung der Bayreuther Festspiele GmbH den zweiten Bauabschnitt der Sanierung des Festspielhaues in Bayreuth freigegeben.

Der Vorsitzende des Gremiums, Dr. Georg Freiherr von Waldenfels, führt dazu aus: »Ich freue mich über die einmütige Entscheidung aller Gesellschafter und darüber, dass damit eine tragfähige Grundlage für die erfolgreiche Fortsetzung der Sanierungsarbeiten am Festspielhaus geschaffen wurde.«
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Parsifalwörterbuch • Heiltum

»Dem Heiltum weihe er das Heiligtum«, singt Gurnemanz über Titurels Gralstempelgründung.

Im Heiligtum werden die Heiltümer Schale und Lanze verwahrt, also die Reliquien, die an Christi Abendmahl und seinen Tod erinnern. Im Wort, das erstmals im Mittelhochdeutschen im konkreten Sinne von »Reliquie« erscheint, steckt der Kernbegriff Heil, der schon in der gotischen Sprache (hails) bezeugt ist (vielleicht leitet es sich vom sanskritisch belegten kalya-s: gesund ab). Im heutigen heil ist seine erste Bedeutung noch enthalten: unverletzt, gesund.

Schon früher wurde der Begriff Heiland gebildet und auf Christus bzw. Gott gemünzt (Wagner bringt im Parsifal ausschließlich diese sprechende Bezeichnung für den ungenannten Christus). Mit ihm hängen die Reliquien zusammen, die – bei der Berührung – dem Menschen Heil erweisen sollen, indem sie ihn geistig und/oder körperlich gesund machen sollen: wie Amfortas und all die anderen.

Da Parsifal in diesem Jahr als Neuinszenierung auf dem Bayreuther Spielplan steht, haben wir uns vorgenommen, jeden Monat einen besonderen Begriff aus Wagners Wortschatz vorzustellen. Unser Autor ist der Musikwissenschaftler Dr. Frank Piontek.

Freunde treffen Freunde: Alexander Gehs

Alexander Gehs

Alexander Gehs

Alexander Gehs reagiert schon mal gereizt, wenn er als Visagist oder gar als Kosmetiker bezeichnet wird. »Wir sind Maskenbildner«, sagte er. Wie vielfältig der Beruf wirklich ist, das zeigte der Chefmaskenbildner der Richard-Wagner-Festspiele bei einer Veranstaltung der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth. Vom Friseur über den Perückenmacher bis hin zum Bildhauer gehört irgendwie alles dazu. »Wir beschäftigen uns mit allem, was an einem Körper verändert werden kann«, so der 44-Jährige, der seine Ausbildung am Theater in Bremen erhalten hatte und danach vierzehn Jahre lang an der Bayerischen Staatsoper in München tätig war.
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