Karten Kinderoper 2021

Die Kinderoper ist seit über zehn Jahren ein fester Bestandteil der Bayreuther Festspiele. Gerüchten zufolge ist sie zwischenzeitlich selbst bei Erwachsenen so beliebt, dass sich so mancher schon ein Kind „ausgeliehen“ haben soll, nur um als Begleitperson dabei zu sein.zaubertrank-amore02

In der Festspielsaison 2021 steht nun eine eigens für Kinder erstellte Fassung von Richard Wagners Tristan und Isolde auf dem Programm. In der Zeit vom 25. Juli bis zum 4. August wird die Oper jeweils um 11 Uhr und einmal um 16 Uhr auf der Kulturbühne Reichshof in der Bayreuther Innenstadt aufgeführt.

Die Vergabe der Tickets erfolgt online ab 14. Mai 2021 ab 14 Uhr. Schnell sein lohnt sich hier, die Vorstellungen sind meist sehr schnell ausgebucht.

Die diesjährige Kinderoper richtet sich an Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren, der Eintritt ist für diese Altersgruppe kostenfrei. Das Ticket für die erste Begleitperson kostet 10 Euro, für die zweite Begleitperson 20 Euro.

Grafik: © Linda Harbach I TMT

Zoom Talks for Young Friends

Flagge deutsch  In two Zoom meetings in April, the Young Friends of Bayreuth had the opportunity to talk to artists of the Bayreuth Festival.

In a convivial setting, Lise Davidsen and Stephen Gould answered questions about the »Tannhäuser« production and Barrie Kosky and Johannes Martin Kränzle chatted about the production of »Die Meistersinger von Nürnberg«.

Among the participants from all over the world were, to our delight, also some scholarship holders of this year’s Festival.

More events are planned for the Festival summer. The Young Friends will meet in August to attend the performances of »Die Meistersinger von Nürnberg«, »Tannhäuser« and »Die Walküre« on the Grüner Hügel.

Fotos: Lise Davidsen, Stephen Gould © Thomas Eberlein / Barry Kosky, Johannes Martin Kränzle © Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e.V.

Der fliegende Holländer • Zur Entwicklung der Sage 7

Walter Scott (1771-1832), einer der populärsten Romanciers seiner Zeit und Vorlagenlieferant für viele romantische Opern, war der erste, der das Schiff als Piratenschiff bezeichnete und 1812 in den Anmerkungen zu seinem Gedichts »Rokeby« (das nichts mit dem Fliegenden Holländer zu tun hat) schrieb, dass das Schiff »ursprünglich ein mit großem Reichtum beladenes Schiff war, an dessen Bord ein schrecklicher Akt des Mordes und der Piraterie begangen worden war« und dass die Erscheinung des Schiffes »von den Seeleuten als das schlimmste aller möglichen Vorzeichen betrachtet wird«. Das Motiv des Holländers als Piratenschiff dürfte Scott direkt von seinem Freund und Kollegen John Leyden übernommen haben – so erklärt sich auch der seltsame Reichtum des »bleichen Mannes« in Wagners Oper.

Wagner hat die Figur des Fliegenden Holländers nicht erfunden. Bekannt ist, dass er sich von Heinrich Heine und einer lebensgefährlichen Schifffahrt inspirieren ließ, doch schon lange zuvor segelte der unheimliche Kapitän über die literarischen Weltmeere. Frank Piontek wird im Vorfeld der neuen Holländer-Inszenierung der Bayreuther Festspiele einige dieser Quellen kurz beschreiben.

Zahl des Tages

19

Tiere soll Richard Wagner im Laufe seines Lebens beherbergt haben. Darunter insgesamt 14 Hunde – der wohl bekannteste unter ihnen, der Neufundländer Russ, liegt im Garten hinter Haus Wahnfried begraben -, die beiden Pfauen Wotan und Fricka, die Papageien Papo und Pacquot sowie das Pferd Liesi. Nicht dazugezählt wurden an dieser Stelle die namenlosen und unzähligen Hühner, die er in Wahnfried hielt sowie die Kaninchen, welche in Dresden in seinem Kleiderschrank gehaust haben sollen.

Quelle: FAZ, Bayreuther, 25.7.2017, Nr. 170, S. 10

Der fliegende Holländer • Zur Entwicklung der Sage 6

Mit dem irischen Dichter und Balladensänger Thomas Moore kommen wir 1804 zum ersten Mal in das Gebiet der konkreten Holländer-Poesie. In den »Verses Written on Passing Deadman’s Isle in the Gulf of St. Lawrence« heißt es: »See you, beneath yon cloud so dark, / Fast gliding along a gloomy bark? / And there blows not a breath her sails to fill! […] To Deadman’s Isle, in the eye of the blast, / To Deadman’s Isle, she speeds her fast; / By skeleton shapes her sails are furled, / And the hand that steers is not of this world!« Auf Deutsch: »Siehst du, wie unter der dunklen Wolke, / Eine düstere Barke schnell dahingleitet? / Und es weht kein Hauch, ihre Segel zu füllen! Zur Insel der Toten, im Auge des Windes, / Zur Insel der Toten fährt sie schnell; / Mit Skelettgestalten sind ihre Segel gerollt, / Und die Hand, die steuert, ist nicht von dieser Welt!« Die »Skelettgestalten«, die »nicht von dieser Welt sind« und das unheimliche Schiff antreiben, konnte man früher in manch gespenstischer Inszenierung des »Fliegenden Holländers« erblicken.

Wagner hat die Figur des Fliegenden Holländers nicht erfunden. Bekannt ist, dass er sich von Heinrich Heine und einer lebensgefährlichen Schifffahrt inspirieren ließ, doch schon lange zuvor segelte der unheimliche Kapitän über die literarischen Weltmeere. Frank Piontek wird im Vorfeld der neuen Holländer-Inszenierung der Bayreuther Festspiele einige dieser Quellen kurz beschreiben.