Von Freund zu Freund • Wagner – Riga – Bayreuth: GesamtkunstWerk21

Im ehemaligen Deutschen Theater in Riga entsteht derzeit ein internationales Kulturzentrum. Freund von Bayreuth Konrad Winckler ist seit seinen Anfängen an dem umfangreichen Projekt beteiligt. Worum es genau geht, berichtet er hier:

Verdeckter Orchestergraben, ansteigender und verdunkelter Zuschauerraum sind als Erfindung Wagners das Alleinstellungsmerkmal des Bayreuther Festspielhauses. Jeder Gedanke aber hat einen Ursprungsort, und als dieser darf mit Fug und Recht Riga gelten. In seiner Zeit von 1837 bis 1739 als Kapellmeister am dortigen Deutschen Theater lernte Wagner die örtlichen baulichen Gegebenheiten kennen und schätzen. Weiterlesen

Ringwörterbuch • Friedel

»Mein Friedel sei, du fräuliches Kind« – Alberichs intime Bezeichnung stammt vom althochdeutschen »friudil« ab und bedeutet je nach Gelegenheit Geliebte/r, Braut/Bräutigam oder Gattin/Gatte. Somit hat das Wort die gleiche Wurzel wie das verwandte »Freund«, denn das gotische »Frijon« stammt ebenfalls vom sanskritischen »pri« ab, was neben »lieben« auch »erfreuen« heißt. Diese Wurzel ist in den slawischen Sprachen noch vorhanden, z.B. im russischen »prijatel« = Freund. Freien, freuen, Freund, froh und Friedel hängen also eng zusammen – auch wenn die Rheintöchter sich gewiss nicht darüber freuen würden, wenn ihnen Siegfried, wie in der Götterdämmerung angekündigt, den entkommenen Bären überließe.

Richard Wagner hat im Textbuch zum Ring des Nibelungen aus künstlerisch nachvollziehbaren Gründen viele Wörter untergebracht, die heute kaum noch verstanden werden können, weil sie im normalen Sprachgebrauch seit langem ausgestorben sind. Jedes dieser fremdartig, ja kurios anmutenden Worte beruht auf historisch nachweisbaren Begriffen. Anlässlich der neuen Ring-Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen wird Dr. Frank Piontek die fremdartigsten erläutern.

Zahl des Tages

Stahl-Saiten hat die Beckmesserharfe, die in den »Meistersingern von Nürnberg« zum Einsatz kommt. An welcher Stelle und von wo aus die Harfe erklingt und inwieweit Sie sich von einer großen Harfe unterscheidet, erfahren Sie auf dem YouTube-Channel der Bayreuther Festspiele.

Oper für zu Hause II

Opern- und Konzerthäuser bieten vermehrt kostenfrei Produktionen über Live-Stream und Video-on-Demand an und geben damit Musikliebhabern die Möglichkeit, Opernproduktionen und Konzerte vom eigenen Sofa aus zu erleben.

Die norwegische Sopranistin Lise Davidsen, die im aktuellen Bayreuther Tannhäuser die Elisabeth gibt,  ist auf der Webseite des Bergen Philharmonic Orchestra mit einer Aufnahme der Wesendonck-Lieder zu erleben sowie in der arte-Mediathek als Ariadne in Ariadne auf Naxos von Richard Strauss in einer Inszenierung für das Festival Aix-en-Provence 2018.

Weitere Programmhinweise für online verfügbare Mitschnitte weltweit finden Sie auf dem Portal concerti.de.

Mit welchen Opern, Aufnahmen, Aufzeichnungen oder Büchern von und über Richard Wagner halten Sie sich in diesen Tagen über Wasser? Schreiben Sie uns und geben damit anderen Freunden von Bayreuth Tipps für die kommende Zeit.

Ringwörterbuch • freislich

Wotan bezeichnet den Felsen, auf dem Brünnhilde ruht, als »freislich«, weil dieser vom Feuer umlodert wird. Dies bezeichnet die erste Bedeutung des althochdeutschen »vreislih«: schrecklich, angsteinflößend. »Vreise« bezeichnet ursprünglich die Gefahr, die Not, aber auch die Grausamkeit, sogar dass Gericht über Leben und Tod, vielleicht abstammend vom gotischen »freisan« = jemanden versuchen = in Gefahr bringen. Wenn Hagen den Mannen ankündigt, dass Siegfried ein »freisliches Weib« an den Rhein bringt, so wird das Adjektiv mehrdeutig, indem es zum einen die wütende, zum anderen die Verderben bringende Frau charakterisiert. Siegfried ist übrigens (anders als der Siegfried des Nibelungenliedes) nicht freislich – erst Parsifal wird später von Kundry so bezeichnet.

Richard Wagner hat im Textbuch zum Ring des Nibelungen aus künstlerisch nachvollziehbaren Gründen viele Wörter untergebracht, die heute kaum noch verstanden werden können, weil sie im normalen Sprachgebrauch seit langem ausgestorben sind. Jedes dieser fremdartig, ja kurios anmutenden Worte beruht auf historisch nachweisbaren Begriffen. Anlässlich der neuen Ring-Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen wird Dr. Frank Piontek die fremdartigsten erläutern.