Junge Freunde unterwegs

Auch in diesem Jahr sind die »Jungen Freunde von Bayreuth« unterwegs, um verschiedene Inszenierungen von Werken Richard Wagners zu besuchen. Nach »Tannhäuser« an der Staatsoper Berlin (Musikalische Leitung: Simone Young, Inszenierung: Sasha Waltz) und der »Götterdämmerung« am Hessischen Staatstheater Wiesbaden (Musikalische Leitung: Alexander Joel, Inszenierung: Uwe Eric Laufenberg) öffnet sich der Vorhang am 19. Mai 2017 für die Generalprobe des »Tannhäuser« an der Bayerischen Staatsoper München. Unter der Leitung von Kirill Petrenko werden unter anderem Klaus Florian Vogt, Anja Harteros, Elena Pankratova und Georg Zeppenfeld zu hören sein. Die Inszenierung des Sängerkrieges wird von Romeo Castellucci verantwortet.
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In memoriam Joachim Kaiser

Mit Bayreuth war er seit dem Wiederanfang nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden, wenngleich er damals noch wenig Ahnung von Wagner und dessen Musik hatte, wie er unumwunden zugab. Die herzerfrischende Offenheit, mit der er über seine eigenen Unzulänglichkeiten sprach, machte Joachim Kaiser auch bei jungen Leuten beliebt. Als jemand, der etwas zu sagen hatte, der Musik und wie man sie genießen kann, fasslich zu erklären verstand.

Joachim Kaiser 2007

So zum Beispiel im Videoblog der Süddeutschen, wo er auf die Fragen der Leser einging, beispielsweise diese: Darf man unvorbereitet in die Oper gehen? oder Macht zu viel Wagner hören rechtsradikal?

Christine Lemke-Matwey würdigt Joachim Kaiser in einem Nachruf für ZEIT online.

Meistersingerwörterbuch • Probe

»Wird erst auf die Fehlerprobe gedrungen? / Oder gleich erklärt, dass er versungen?« fragt Beckmesser, nachdem Walter von Stolzing sein Lied in der Singschule gesungen hat. Wagner, der den Begriff vermutlich erfand und nicht in seinen historischen Quellen vorfand, verwendet ihn in seiner ursprünglichen Bedeutung, wie sie im lat. probare begegnet: prüfen.

Da Die Meistersinger in diesem Jahr als Neuinszenierung auf dem Bayreuther Spielplan stehen, stellt wieder jeden Monat der Musikwissenschaftler Dr. Frank Piontek einen Begriff aus Wagners Wortschatz vor.

Meistersingerwörterbuch • Merker & Gemerk

Ursprünglich bedeutet »merken« mit einem Zeichen versehen, kenntlich machen. Eben dies macht der Merker Beckmesser (der dem Ansager hierarchisch gleichsteht), wenn er auf einer Schiefertafel buchstäblich mit Kreide anmerkt, ob der Sänger gegen die Regeln der Tabulatur verstoßen hat. Beim »Hauptsingen« (der Singschule im engeren Sinn) überwachten den Gesang bis zu vier Merker, die in Verschlägen saßen, die nach dem Amt benannt wurden, das in ihnen verrichtet wurde: dem Gemerk. Die Protokolle der Singschule wurden seinerzeit in einem Gemerkbuch festgehalten.

Da Die Meistersinger in diesem Jahr als Neuinszenierung auf dem Bayreuther Spielplan stehen, stellt wieder jeden Monat der Musikwissenschaftler Dr. Frank Piontek einen Begriff aus Wagners Wortschatz vor.