Zahl des Tages

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Tiere soll Richard Wagner im Laufe seines Lebens beherbergt haben. Darunter insgesamt 14 Hunde – der wohl bekannteste unter ihnen, der Neufundländer Russ, liegt im Garten hinter Haus Wahnfried begraben -, die beiden Pfauen Wotan und Fricka, die Papageien Papo und Pacquot sowie das Pferd Liesi. Nicht dazugezählt wurden an dieser Stelle die namenlosen und unzähligen Hühner, die er in Wahnfried hielt sowie die Kaninchen, welche in Dresden in seinem Kleiderschrank gehaust haben sollen.

Quelle: FAZ, Bayreuther, 25.7.2017, Nr. 170, S. 10

Der fliegende Holländer • Zur Entwicklung der Sage 6

Mit dem irischen Dichter und Balladensänger Thomas Moore kommen wir 1804 zum ersten Mal in das Gebiet der konkreten Holländer-Poesie. In den »Verses Written on Passing Deadman’s Isle in the Gulf of St. Lawrence« heißt es: »See you, beneath yon cloud so dark, / Fast gliding along a gloomy bark? / And there blows not a breath her sails to fill! […] To Deadman’s Isle, in the eye of the blast, / To Deadman’s Isle, she speeds her fast; / By skeleton shapes her sails are furled, / And the hand that steers is not of this world!« Auf Deutsch: »Siehst du, wie unter der dunklen Wolke, / Eine düstere Barke schnell dahingleitet? / Und es weht kein Hauch, ihre Segel zu füllen! Zur Insel der Toten, im Auge des Windes, / Zur Insel der Toten fährt sie schnell; / Mit Skelettgestalten sind ihre Segel gerollt, / Und die Hand, die steuert, ist nicht von dieser Welt!« Die »Skelettgestalten«, die »nicht von dieser Welt sind« und das unheimliche Schiff antreiben, konnte man früher in manch gespenstischer Inszenierung des »Fliegenden Holländers« erblicken.

Wagner hat die Figur des Fliegenden Holländers nicht erfunden. Bekannt ist, dass er sich von Heinrich Heine und einer lebensgefährlichen Schifffahrt inspirieren ließ, doch schon lange zuvor segelte der unheimliche Kapitän über die literarischen Weltmeere. Frank Piontek wird im Vorfeld der neuen Holländer-Inszenierung der Bayreuther Festspiele einige dieser Quellen kurz beschreiben.

Wagner Oper schnell erklärt

Die Bestellunterlagen für die Festspiele 2021 sind heute an die Freunde von Bayreuth verschickt worden – endlich! Über die Besonderheiten in diesem Festspieljahr und die Kartenbestellung für Mitglieder der Freunde von Bayreuth informieren wir auf unserer Webseite.

Bei wem nach dieser langen Zeit der Grünen-Hügel-Abstinenz nicht nur das Opernerleben, sondern auch das Wagner-Wissen gelitten hat, kann zweites problemlos und zügig wieder aufholen:

Mit dem Crashkurs „Wagner Oper schnell erklärt“ vom BR-Klassik! In kurzen Videos werden die komplexen Handlungen von Wagner Opern anschaulich und humorvoll erklärt.

Wir wünschen viel Freude beim Tauchen im Rhein, beim Erklimmen des Walkürenfelsens, beim um die Wette Singen und und und…

Bildquellen: BR-Klassik

Von der Geburtsstadt Wagners Leipzig nach Bayreuth

Ulrich Jagels, neuer Kaufmännischer Direktor der Bayreuther Festspiele, über seine künftigen Aufgaben am Grünen Hügel

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Foto: Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e.V.

 

Am 1. April tritt Ulrich Jagels sein neues Amt bei den Bayreuther Festspielen an. Über den Neustart, nach seiner langjährigen Tätigkeit als Verwaltungsdirektor der Oper Leipzig, sprach er vergangenen Samstag im MDR-Kultur Opernmagazin.

„Schnell-Hörer“ können geschwind bis zum Interview mit Ulrich Jagels zu Minute 44:45 vorspulen.

Wer etwas länger verweilen möchte, dem sei ziemlich zu Beginn des Beitrags das Gespräch mit Opernkritiker Manuel Brug über Möglichkeiten und Grenzen bei der Digitalisierung im Opernbetrieb empfohlen.

Und zu guter Letzt hier ein musikalischer Tipp: Durchhalten bis zum Schluss des Beitrags lohnt sich für Freunde der Musik Richard Wagners.

Der fliegende Holländer • Zur Entwicklung der Sage 5

Die Schuld, die den Holländer ruhelos über die Meere jagt, wurde 1797 zum ersten Mal literarisiert. Samuel Taylor Coleridge liess in seinem »Rime of the Ancient Mariner« einen alten Seemann einen Albatros mutwillig erschießen. Als er die Schönheit der Schöpfung erkennt, darf er zwar wieder an Land, doch muss er jedem, dem er begegnet, den Tiermord beichten. Sechs Jahre später definierte John Leyden in seinen »Scenes of Infancy« (Edinburgh 1803) die Schuld wesentlich ungenauer. Demnach soll sich die ganze Besatzung des Holländerschiffs »in den Anfängen der Seefahrt eines schrecklichen Verbrechens schuldig gemacht haben und von der Pest heimgesucht worden sein.« Daher muss sie den Ozean, auf dem sie umgekommen ist, so lange  durchqueren, »bis die Zeit ihrer Buße abgelaufen ist«.

Wagner hat die Figur des Fliegenden Holländers nicht erfunden. Bekannt ist, dass er sich von Heinrich Heine und einer lebensgefährlichen Schifffahrt inspirieren ließ, doch schon lange zuvor segelte der unheimliche Kapitän über die literarischen Weltmeere. Frank Piontek wird im Vorfeld der neuen Holländer-Inszenierung der Bayreuther Festspiele einige dieser Quellen kurz beschreiben.