Tannhäuserfiguren • Landgraf Hermann

Hermann I., geboren um 1155, stammte aus der Familie der Ludowinger, war Pfalzgraf von Sachsen und Landgraf von Thüringen. Er verheiratete seinen Sohn Ludwig, der aus seiner Ehe mit der Wittelsbacherin Sophia (also einer Vorfahrin König Ludwigs II.) entsprang, mit der ungarischen Prinzessin Elisabeth. Unter ihm wurde die Wartburg zur Residenz der Ludowinger. Zwar hat der »Wartburgkrieg« nie stattgefunden, doch ist Hermann I. als hochbedeutender Förderer der Literatur in die Geschichte eingegangen. Er unterstützte Wolfram von Eschenbach, der gerade mit dem Parzival beschäftigt war (den Wagner in den 1850er Jahren bearbeiten sollte), Walther von der Vogelweide gehörte zeitweilig zu seinem Hofstaat. Der Landgraf starb 1217 in Gotha und wurde im Eisenacher Katharinenkloster begraben.

Die meisten Figuren, die Richard Wagner in seinem Tannhäuser untergebracht hat, sind Personen der Geschichte, andere entstammen der Mythologie. Doch auch die historisch verbürgten Gestalten entsprechen nur teilweise dem, was wir über sie wissen. Da genau zehn Protagonisten solistisch auftreten und zwei kleine singende Gruppen gewöhnlich aus dem Personal des Chors besetzt werden, bietet es sich im Jahr der Neuinszenierung des Tannhäuser an, diese zwölf Personen und Kleingruppen von Frank Piontek auf ihre historische Realität überprüfen zu lassen.

Von Freund zu Freund • Tristan am Landestheater Linz

Seit September 2018 ist am Landestheater Linz die Bayreuther Heiner Müller-Produktion Tristan und Isolde aus dem Jahre 1993 zu erleben. Unser Freund von Bayreuth, Michael Lützelberger, hat eine Vorstellung besucht und teilt seine Eindrücke mit uns:

 

Die Produktion ist in Kooperation mit der Opéra National de Lyon entstanden und steht in Linz noch bis Februar 2019 auf dem Spielplan.

Unter dem Titel Von Freund zu Freund wollen Mitglieder der Freunde von Bayreuth Veranstaltungshinweise geben oder neu erschienene Tonaufnahmen, DVDs oder Bücher rund um Richard Wagner und seine Werke vorstellen. Die Beiträge stellen dabei die persönliche Ansicht des Autors dar.
Möchten Sie Ihre Wagner-Erlebnisse mit anderen Freunden teilen? Schreiben Sie uns!

Frohes Fest! • Merry Christmas! • Joyeuses fêtes !

Wir wünschen allen Freunden von Bayreuth ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr.

Traditionell beschließen die Mitwirkenden der Bayreuther Festspiele das Jahr mit einer Weihnachtsfeier. Das große Highlight dabei ist seit vielen Jahren eine Tombola, die durch zahlreiche Sachspenden vieler Mitglieder und Förderer der Freunde von Bayreuth ermöglicht wird. Auf diesem Wege sagen wir für diese großzügige Unterstützung herzlich „Dankeschön“ und teilen hier einige Impressionen mit Ihnen.

Über die Feiertage und den Jahreswechsel ist die Geschäftsstelle nicht besetzt. Ab dem 7. Januar 2019 sind wir wieder für Sie erreichbar.

 

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We wish all the Friends of Bayreuth a Merry Christmas and a Happy New Year.

It is traditional for the people working at the Bayreuth Festival to close the year with a Christmas party. The highlight there for many years has been a raffle, made possible by numerous contributions in kind from many members and patrons of the Friends of Bayreuth. We would like to take this opportunity to express our thanks for this generous support and to share a few impressions with you here.

Our office will be closed for the holidays. We will be back on 7th January, 2019.

 

 

Nous souhaitons à tous les Amis de Bayreuth un très joyeux Noël et une bonne année.

Comme à l’accoutumée, l’année se termine ici par le Noël du Festival de Bayreuth, avec la traditionnelle tombola rendue possible par les nombreux lots gracieusement offerts par les membres et les donateurs de la Société des amis de Bayreuth. C’est sur ce blog que nous vous disons aujourd’hui un grand merci pour votre généreux soutien, en partageant avec vous ces quelques impressions.

Veuillez noter que le Bureau des Amis sera fermé pendant les fêtes. Nous serons de retour le 7 janvier 2019.

Lohengrins Juristisches Wörterbuch • Schutz

Zehnmal hat man es im Textbuch mit »Schutz« und »schützen« zu tun. »Willst du wohl ohne Bang‘ und Graun / Dich meinem Schutze anvertraun? «, fragt Lohengrin Elsa, bevor er zum »Schützer von Brabant« avanciert, der Elsa vor der Klage und das Land vor den Ungarn ausdrücklich beschützen soll. Beschützen kann nur der, der über Waffen verfügt – ein mittelalterlicher »Schütze« (im Althochdeutschen hiess er noch »scuzzo«) war jemand, der mit einer Schusswaffe schoss und damit im Verteidigungsfall etwas dämmte; die Englänger kennen noch das diesbezügliche Verb »shut«. »Schiessen« bedeutete ursprünglich »versperren« oder »einen Riegel vorstoßen«. Wer keine Waffe hatte, konnte, indem er sich auf die älteste Bedeutung des Wortes besann, wenigstens als Wächter fungieren – so wie der (Be)schützer Lohengrin, der, wenngleich erfolglos, die Frage Elsas aufhalten will.

Richard Wagner hat in seinem Lohengrin etliche verzwickte juristische Fälle und Probleme untergebracht. Dabei erwies er sich als äußerst quellenkundig. Er konsultierte mehrere Rechtsgeschichten (u.a. von Jacob Grimm), um die Handlung seiner Oper möglichst realistisch auszustatten – und mit vielen juristischen Fachbegriffen aus der Spielzeit der Oper (10. Jahrhundert) zu versehen. Da sie sich heute nicht mehr von selbst verstehen, wird Frank Piontek anläßlich der  Neuinszenierung des Lohengrin 2018 Verständnishilfe leisten.